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China-Connection im Zeichen des Dao: Der unbekannte Ost-West-Vermittler

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Gelehrte Richard Wilhelm wichtige Grundlagen für die Verständigung Chinas mit dem Westen gelegt. Bettina Wilhelm, Enkelin dieses Pioniers, hat einen Film über ihren Großvater gedreht.

Richard Wilhelm
(1873-1930) gilt als der Marco Polo der geistigen Welt Chinas. Wandlungen ist ein Dokumentarfilm über das Leben und die Lebensleistung des bedeutendsten Vermittlers klassischer chinesischer Kultur nach Europa.

Als junger Missionar kam Richard Wilhelm 1899 nach China, das damals von den Kolonialmächten ausgebeutet wurde. Er erlebte dort Revolten gegen Ausländer, das Ende der Kaiser-Dynastien und den ersten Weltkrieg.In diesen Zeiten turbulenter Umbrüche war er unermüdlich auf der Suche nach der tiefsten Wahrheit, die den Menschen hilft, mit dem Wandel umzugehen und befähigt, das eigene Leben zu gestalten.

Richard Wilhelm taufte keinen einzigen Chinesen, sondern vollbrachte eine der größten Übersetzungs-Leistungen des 20. Jahrhunderts: KONFUZIUS, LAOTSE die wichtigsten Texte des Daoismus und vor allem das I GING, DAS BUCH DER WANDLUNGEN. Das Buch diente auch vielen Lesern im Westen als Inspiration. Wilhelm ist bis heute einer der bedeutendsten Vermittler chinesischer Kultur in Europa.

Am vergangenen Mittwoch stellten die Regisseurin Bettina Wilhelm und der I-Ging Experte Dr. Hendrik Jäger im ODEON Köln ihren Film vor. Bis zum kommenden Mittwoch läuft der Film dort nun abends um 19:00h.


Anmerkung eines Wilhelm-Fans:
Als Zeichen ihrer Verbundenheit mit einer alten chinesischen Weisheitstradition hat Birgitt Morrien die acht Hexagramme des Dao in ihre Website einweben lassen. Von den ihr vorliegenden sieben Übersetzungen des „Tao te king“ ist ihr die Übersetzung Richard Wilhelms die liebste.
 

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