Mood Management mit Medien

Von Bernhard Engel

Kurz und knapp

•  Mood Management (Entlastung in unterschiedlichen Stimmungslagen) ist eine wichtige Funktion der Medien.

•  In der Gesamtbevölkerung ist Video das universellste Medienangebot für Mood Management.

•  Audio wird u.a. in fröhlichen und unbekümmerten Situationen genutzt, hat aber auch eine besondere Funktion beim Stressabbau.

•  Textangebote werden am ehesten bei ausgeglichener und entspannter Stimmungslage genutzt.

•  Das (generische) Internet ist vor allem das Ventil, um Neugierde zu stillen, dient aber auch der Vermeidung von Einsamkeit

 

Ergebnisse aus dem Kantar TNS Convergence Monitor

Eine wichtige Funktion der Medien ist die subjektive Entlastungsfunktion in unterschiedlichen Stimmungslagen, welche auch als „Mood Management“ bezeichnet wird. Mit diesem Thema befasst sich der vorliegende Beitrag auf Basis der bevölkerungsrepräsentativen Erhebung „Kantar TNS Convergence Monitor“, die Personen von 14 bis 69 Jahren erfasst. Die Fragen wurden im Zeitraum 2009 bis 2018 jährlich gestellt, sodass auch zeitliche Entwicklungen analysiert werden können. Es lassen sich damit insbesondere Substitutionshypothesen bezüglich der Rolle des Internets als Universalmedium überprüfen.

Trotz der in den letzten Jahren stärkeren Profilierung des Internets ist Video in der Bevölkerung (14 bis 69 J.) das universellste Medienangebot für Mood Management. In einigen Stimmungslagen wurde Video 2018 sogar stärker präferiert als 2009, insbesondere bei Müdigkeit und Stress. Alle anderen Medienangebote sind „spitzer“ positioniert, das heißt, sie werden bei wenigen Situationen häufig gewählt, in anderen weniger. In der Gesamtbevölkerung ist auch Audio ein wichtiger Bestandteil für das Mood Management. Audio wird  u.a. in fröhlichen und unbekümmerten Situationen genutzt, hat aber eine besondere Stärke beim Stressabbau, auch in der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Textliche Medienangebote werden am ehesten in ausgeglichenen und entspannten Stimmungslagen gesucht, vor allem bei Neugierde. Im Gesamtniveau ist die Relevanz textlicher Angebote jedoch sichtbar zurückgegangen.

Das Internet behält seine besondere Profilierung für Situationen, in denen die Menschen neugierig sind. Neu hinzugekommen ist die Funktion des Internets, bei Einsamkeit emotionale Entlastung zu verschaffen. In den Jahren zwischen 2009 und 2018 haben Internetsurfen und Social-Media- Aktivitäten einen wichtigen Stellenwert bekommen, insbesondere wenn es um das Mood Management von Stimmungslagen geht, die eher auf der emotionalen Grunddimension der Erregung liegen. In der Kohortenanalyse zeigt sich, dass Veränderungen sichtbar werden, also der Alterseffekt für das Mood Management in manchen Bereichen stärker ist als der Generationeneffekt.

Quelle: Media Perspektven 2/2019, S. 74-81 (PDF 613KB)

Medien berichten über Karrieren mit Sinn: 50+ Coaching Case Studys & Storys aus erster Hand

Share

Kommentar Schreiben