Befreiende Vision: #UsToo

Moderne Kreuzigung. (Künstler: Maurizio Cattelan / Foto: #Morrien)

#MeToo most of #UsToo

Wir sind die Frauen der Großen-Mutter-Generation und stehen für Milliarden von Frauen und Mädchen, die durch die Geschichte bis heute Gewalt erlebt haben und erleben an Leib und Seele. Wir sind die Frauen der Großen-Mutter-Generation, die darüber lange geschwiegen haben, manche sogar etliche Dekaden, bis wir nun unaufhaltsam das Wort erheben.

Hinter der Erschütterung über das in uns selbst und kollektiv so lange verdrängte Leid lugt eine vulkanische Kraft, die sich nun anstellt, auszubrechen. Es ist eine Lebenskraft von solcher Wucht, dass sich ihr niemand entziehen kann. So vollzieht sich eine Transformation des Schreckens, die unser Zusammenleben von Grund auf verändern wird.

An erster Stelle jedoch steht das Ende der Verleugnung. Wir als Frauen der Großen-Mutter-Generation erheben das Wort und sprechen die Wahrheit. Unerträglich zwar, doch schon so lange im Dunkeln von zu vielen Mädchen und Frauen* durch die Generationen still getragen. Das Schweigen darüber, wie ein Vorhang das Grauen verbergend, ist endgültig vorbei.

 

UsToo

Wir öffnen uns so einer Welt neuer Möglichkeiten des Miteinanders, die uneingeschränkt zu entwickeln sind. Die Bahn ist frei, darüber in den Dialog zu treten im vollen Bewusstsein einer Geschichte, die Macht in asymmetrisch strukturierten Konstellationen maßgeblich auch sexuell ausgenutzt hat.

 

UsToo

Wir bekennen uns öffentlich zu der erlebten und erlittenen Gewalt. Ein Bekenntnis, das die Frauen der Großen-Mutter-Generation gemeinsam machen im vollen Bewusstsein der Verantwortung für das Fortbestehen des Lebens auf diesem Planeten unter gewollt friedlichen Vorzeichen.

Ein Bekenntnis, das die erlebte Gewalt zur Auszeichnung macht, fern jeder Scham. Denn einzig die überaus lebensbejahende Kraft der Betroffenen erlaubt es, diese Gewalt überhaupt zu überleben und schließlich in einem befreienden Akt ziviler Courage zu benennen.

 

UsToo

Die Summe unserer Bekenntnisse gleicht einer gigantischen Narbe, die sich in ihren schier unermesslichen Ausdehnungen nun allen sichtbar abzuzeichnen beginnt. Eine Narbe, uralten Gebirgsgräben ähnlich, Folge gewaltiger Erschütterungen.

Wird das Leid aller Betroffenen spürbar, reißt die Narbe und legt frei, was tatsächliche Macht meint. Eine Macht, die das Unhaltbare zerstört und den Weg für neues Leben ebnet. Es ist dies ein naturgewaltiger Akt der Liebe, der den NOTwendenden Ausgleich schafft.

 

UsToo

 

WIR WOLLEN FRIEDEN

ENDLICH

 

 

*Wir wünschen uns sehr, dass sich in diesem Zuge auch jene Männer der Großen-Vater-Generation zu Wort melden, die ebenfalls ein Bekenntnis zu machen haben. Vielleicht starten auch diese eine Initiative, die fraglos notwendig ist, um von Gewalt in asymmetrischen Strukturen betroffene Jungen und Männer zu unterstützen, sich zu Wort zu melden und ihr Leid offenzulegen.

 

UNTERZEICHNENDE KÖNNTEN SEIN ...

 

Dr. Kerstin Abelsberger

Bera Bauer-Heinen

Nicole Cremant-Kallberg

Birgit Dietze-Hecht

Birgitta Fehlbrandt

Dorothea Fortfengler

Felicitas Grünberg

Edith Haberland

Cornelia Hackmann

Mechthild Haussmacher

Erika Mönchsberger

Petra Nietsche

Roberta Richter-Aulberger

Marianne Salm-Hoben

Karolin Samland

Rebecca TerHagen

Prof. Dr. Emilia van Hereyn

Orlanda Wallbergen

Prof. Dr. Susanne Zach-Roth

...

 

 

 

* „Große Mutter“ ist als Begriff vieldeutig: eine Göttin (Magna Mater), ein Archetypus, eine Frau der „Großmuttergeneration“ …

 

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von Annie #Ernaux:
"Erinnerung eines Mädchens". Aus dem Französischen von Sonja Finck. Suhrkamp, Berlin 2018, 163 Seiten, 20 Euro.

»Annie Ernaux ist die Königin der neuen autobiographischen Literatur.«
DIE ZEIT

Inhalt

Sommer 1958: Annie Duchesne wird 18 Jahre alt. Sie arbeitet als Betreuerin in einer Ferienkolonie. Sie findet in eine Clique, zusammen feiern sie Feten, genießen ihre Jugend. Und Annie ist in H. verliebt, mit ihm hat sie ihr erstes Mal. Eine Nacht, die einen anhaltenden Schock bedeutet. Denn H. ignoriert sie fortan, sie weiß nicht, wohin mit sich und lässt sich auf andere ein. Schnell ist sie verfemt. Was folgt, sind Ausgrenzung, der Hohn der anderen, ihre eigene Scham.

Und Schweigen. Denn über 55 Jahre braucht Annie Ernaux, um sich dieser »Erinnerung der Scham« stellen zu können – anhand von Fotografien und Briefen schreibt sie von einer Zeit, die sich in ihren Körper gebrannt hat. Die ihre Moral, ihre Sexualität, ihr ganzes langes Leben geprägt und bestimmt hat.

Mit schonungsloser Genauigkeit erzählt Annie Ernaux von ihrer ersten sexuellen Begegnung – von Macht, Ohnmacht und Unterwerfung. Von einer Wunde, die niemals ausgeheilt ist. Und vom teuer bezahlten Erkennen des eigenen Werts.

Read: "Die Scham des Mädchens von 1968" von Hanna Engelmeier

 

 

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