Als Coach einer Klientin zu Einsicht verhelfen

Audio-Mitschnitt &
Abschrift einer Art kurzer Ansprache im Coaching

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich darauf fokussiert hat, Leistung zu bewerten als sinnstiftend und als lebenswert. Und Sie haben sich zu einem Zeitpunkt, wo noch relativ viele in Strukturen von Arbeit beheimatet sind, dazu entschlossen, dass Sie rausgehen aus diesem Erwerbsbezug. Nicht ganz freiwillig, denn wenn man sich in diese Art von Krisis, von Transformation, von Veränderung begibt, ist das immer auch anstrengend bis hin zu leidvoll.

Dann steht man ja im Außen, man ist nicht mehr Teil einer Gemeinschaft, die sich definiert durch den Wert von Arbeit und Leistung, teils selbstentfremdet, teils in Übereinstimmung mit sich selbst. Und Sie üben also am eigenen Leib, mit allem, was Sie sind, mit Haut und Haar, zu existieren unabhängig von diesen Zuschreibungen. Unabhängig davon, dass Sie zurzeit ja nicht arbeiten, jedenfalls nicht erwerbsbezogen. Folglich bekommen Sie darüber auch kein Honorar, erfahren also keine Ehrung*, die Ihnen selbst signalisiert, dass Sie wert sind.

Sie müssen also diese inneren emotionalen Prozesse gefühlter Wertlosigkeit verstoffwechseln und sich dazu ins Benehmen setzen. Und Sie müssen in sich finden, welchen Wert Sie sich denn nun jenseits, unabhängig von diesen kollektiven, in uns allen stark wirkenden Zuschreibungen geben können.

Das sind große Aufgaben. Und meine These ist diese:

Durch die digitale Transformation, durch die Globalisierung und weitergehende technologische Veränderungen werden wir ein großes Heer an Erwerbslosen haben, die alle unfreiwillig durch sozialen Statusverlust der Erfahrung erlebter Wertlosigkeit und Selbstentwertung ausgeliefert sind. Die aber auf diese Erfahrung gar nicht vorbereitet sein werden. Ein großes Leid, neben den ökonomischen Brisanzen, die darin stecken, und den kulturellen und gesellschaftlichen Fragen, die damit einhergehen. Was passiert, wenn Produktivität exponentiell gesteigert wird, die Beteiligung an den Gewinnen und der Arbeit aber sehr ungleich verteilt wird? Das sind große, noch offene politische Fragen.

Über diese Fragen hinaus gibt es die Notwendigkeit, dass es Persönlichkeiten geben muss, idealerweise, die schon früher als alle anderen Prototyping gemacht haben, die also gelernt haben, mit dieser Art Verunsicherung, mit einer solchen Krise möglichst kreativ und lebensbejahend umzugehen. Menschen, die solche Erschütterungen bereits früher als viele andere durchlebt haben und bewältigt.

Und da sehe ich Ihre Aufgabe, ohnehin als eine, die schon lange an sich selbst arbeitet, die zudem bereits als Yogalehrende Menschen anleitet, mehr und mehr. Und da es in den kommenden Jahren verstärkt Verunsicherung geben wird, braucht es Führende, geistig-seelisch führende Persönlichkeiten, die gereift sind darin, diese Aufgabe leitend zu übernehmen, zumal ethisch selbstreflektiert.

Das nenne ich sinnstiftende Karriere in Ihrem Fall.

 

*honorare, lat. = ehren

 

 

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