Quantensprung in ein neue Leben

Eine Bühnenkünstlerin mit Sinn fürs Business wartet 2009 mitten in der Wirtschaftskrise erfolgreich mit überraschenden Showkonzepten und multimedialen Inszenierungen auf. Und erntet bis heute die Früchte ihres schöpferischen Engagements.

 

Brigitte Breternitz

Das Licht beginnt im Jetzt
Ein wenig abenteuerlich hetzte ich an jenem Morgen zu meinem ersten Coaching-Termin in die Krüthstraße 27. Nass geschwitzt und mit dem Kickboard meines 11-jährigen Superhelden Ben Breternitz ausgestattet, trete ich ein in ein angenehm ruhiges Wellness-Ambiente. Ein Flipchart steht als zentralster Punkt im Raum. „Das muss die Wohlfühlproduktivität sein!“, schießt es mir durch den Kopf. Von dem, was ich während der kommenden Beratungsstunden alles über mich, meine Bilder, meine Träume, Grenzen und Gedanken erfahren sollte, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen blassen Schimmer.

Kraftlos in der Krise
Dass es schwer werden würde, ein Großprojekt wie das meine auf die Beine zu stellen und ihm dann auch noch das Laufen beizubringen, wusste ich vorher. Hätte ich gewusst, welchen Krisen (und damit meine ich nicht nur die aktuell weltweite Wirtschaftskrise) ich mich auf diesem Weg unterwerfen muss, um so erfolgreich zu werden, wie ich es vorhabe, hätte ich sicher etwas länger gezögert, den Mietvertrag für ein 750 qm großes Tanzstudio in der Kölner Innenstadt zu unterschreiben.

Da es aber nun mal mein Kindheitstraum war und es mich antreibt, meine Träume zu realisieren, hätte ich es, und das muss an dieser Stelle klar gesagt werden, trotz aller Schwierigkeiten immer wieder getan. Vor dem Punkt zu stehen, nicht mehr zu wissen, welcher Schritt nun der nächste sein sollte oder konnte, angesichts der wirtschaftlichen Lage, bedeutete für mich der Beginn der ganz großen Krise. Ich hielt meine Arbeit schlicht und ergreifend für sinnlos. Selbstzweifel und Ratlosigkeit wurden bald zum tragenden, mich täglich begleitenden Gefühl während der Arbeit. Trotz meiner schier endlosen Energie war ich kraftlos.

Los geht’s 
Glück ist, wenn wir Freunde haben, die uns mit nutzvollem Rat zur Seite stehen, und so kam es, dass mir eben solch ein Freund Frau Morriens Kontaktdaten gab. Das nenne ich wirtschaftsförderndes Net(t)working! Genau das, was in Zeiten wie diesen das sogenannte Gold wert ist.

Also: Antrag stellen, Formulare ausfüllen, Angebote, Kostenvoranschläge etc. … und los ging’s. Bis dahin hatte ich mich mit DreamGuidance nur insoweit befasst, als dass ich davon „gehört“ hatte. Ich wusste also nicht genau, worauf ich mich da einlasse. Bis auf den letzten Millimeter gespannt begann ich am 26. März 2009 um 9 Uhr morgens mein erstes maßgeschneidertes Unternehmenscoaching mit Birgitt Morrien. Dem Amt für Wirtschaftsförderung danke ich für die finanzielle Unterstützung einer äußerst produktiven Reise in mein Unterbewusstsein und meine reine Intuition.

Auch wenn die Krisen mich eines Tages doch noch in die Knie zwingen sollten, was ich nicht glaube, war es sehr hilfreich für meine jetzige und zukünftige Zielorientierung, am helllichten Tag träumend, in einem magischen Zustand schwebend, aber in vollem Bewusstsein wünschend, gesehen zu haben, dass ich im Alter von 70 Jahren in diesem freundlichen hellen Holzhaus zufrieden und kreativ meinen Lebensabend genießen werde … mit lieben Menschen, mit Musik, mit Farben und Gerüchen. Die Erde und ihre einzigartige Natur werde ich erlebt haben. Dinge werden von mir bewegt worden sein, die dazu beigetragen haben, dass dieser wunderbare blaue Planet kreativ und emotional bereichert durch unser unendliches Universum weiterschwebt. Was kann mir also passieren?

1. Im Gespräch mit den Welten
Wie jeder weiß, der schon einmal mit Frau Morrien „Tee getrunken“ hat, es ist wie kreativer Urlaub. Man malt, hört Musik, liegt entspannt auf der schwarzen Ledercouch, träumt, redet. Alles Dinge, für die wir sonst „keine Zeit“ zu haben scheinen. Nicht wunderlich also, dass die Termine wie im Flug vergingen.

Familienpotenziale
Mein Berufsgenogramm ermöglicht mir heute eine ganz neue Sichtweise auf meine Familienpotenziale. Wissen Sie, was Ihr Urgroßvater gelernt hat und was er in seinem Leben geschaffen hat? Ich wusste es nicht wirklich, aber mich damit zu beschäftigen gab mir einen bedeutenden Antrieb. Ob Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zu Vorfahren, Geschwistern, Tanten oder Cousins, unsere Familienpotenziale sind wie ein universeller ID-Code und machen uns zu einzigartigen Wesen. Logisch und nichts Neues, aber ein wunderbarer Gedanke.

Wertvoll
Wie viele meiner Kollegen plagten auch mich Selbstzweifel und Ängste um meine Anerkennung. In Frau Morriens Beratungsstunden fand ich Zeit und Raum, diese blockierenden Gefühle neu zu beleuchten. Während ich es genoss, meinen Erfahrungen aus Kindheitstagen bunt und detailgetreu Ausdruck zu verleihen, fragte Frau Morrien mich, ob ich Bargeld dabeihätte. „Wie unpassend!“, dachte ich erst, aber da das Vertrauen zu meinem Coach bereits gefestigt war und ich immer Lust auf Experimente habe, rückte ich einen wertvollen 200-Euro-Schein raus, den ich zufällig in meinem Portemonnaie hatte.

Zu meinem Entsetzen zerknüllte sie dieses teure Stück Papier sofort vor meinen immer größer werdenden Augen, warf es auf den Boden und trampelte dann auch noch darauf herum. Mein Gesicht verwandelte sich zu einem Fragezeichen. Sie legte sich diesen bis zur Unkenntlichkeit malträtierten Geldschein aufs Knie und fragte mich, ob ich „den“ noch haben wolle. „Natürlich!“, antwortete ich, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Frau Morriens Erwiderung auf meine Reaktion veränderte meine Einstellung zu vielen Dingen maßgebend: „Sehen Sie, Frau Breternitz, egal was man zu Ihnen sagt, wie man Sie behandelt oder was man Ihnen antut, Ihr Wert bleibt immer der gleiche, genau wie es bei diesem Geldschein der Fall ist.“ Recht hat sie! 

2. Träumend bereise ich das Plateau der Sehnsucht
Es gab neben dem Entstehen sehr persönlicher Songs und Gemälde viele weitere befreiende Aha-Momente während und auch noch lange nach den Beratungsstunden. Die Begegnung mit einem futuristisch aussehenden, wundervoll klingenden Musikinstrument, das dem Träumen neue Dimensionen gibt, dem Monochord, war nur einer davon. Frau Morrien spielt und ich sinke in ein Meer aus Emotionen:

Atemberaubende Aussichten
Zu Beginn sehe ich mich, begleitet von den Klängen des mongolischen Saiteninstrumentes, in einem lichten freundlichen Wald ziellos, aber nicht verloren umherlaufen. Vögel zwitschern, steigen ein in die Musik, die meinen Traum beschützend begleitet. Durch die Bäume scheint kraftvoll die Sonne und setzt helle, strahlende Akzente auf diese malerische Landschaft. Es wirkt friedlich, irgendwie magisch ruhig in meinem Traumwald. Aufgeladen von der Energie dieses Ortes setze ich mich an einen fest verwurzelten Baum und beobachte das bunte Treiben der Schmetterlinge im glitzernden Sonnenlicht.

Mein Blick wandert und trifft schließlich auf einen Wasserfall, der sich schon fast etwas kitschig seinen Weg von einem monumentalen Felsen hinab in ein plätscherndes, funkelndes Bächlein bahnt, und ich blicke nach oben auf die Spitze dieses erhabenen Felsens. „Da muss ich hin, muss wissen, wie es da oben weitergeht!“ Zielstrebig und ohne Zweifel mache ich mich auf den Weg zu einem atemberaubenden Naturschauspiel. An dem Wasser vorbei besteige ich den Berg und lande auf einem riesigen Plateau aus gelborangefarbenem Sandstein. „Das muss Australien sein!“

Wow, ist das schön. Überwältigt setze ich mich an einen Platz mit einem gigantischen Ausblick über die schier unendlichen Weiten dieser wunderschönen Landschaft. Zunächst sitze ich allein, doch dann nach und nach spüre und sehe ich vertraute Menschen neben mir: mein Sohn Ben, mein Gitarrist André mit seiner Gitarre, meine Freunde, Bekannte. Ich fühle mich frei und bin zutiefst gerührt. Tränen fließen mir die Wangen herunter.

Die Unendlichkeit des Universums und die Möglichkeiten, die es uns dementsprechend bereithält, bedeuten für mich die absolute Freiheit und lassen in mir ein unbeschreiblich schönes Gefühl entstehen. Das Bild, das ich während dieser Traumreise gesehen habe, hat mich daran erinnert und mir die Botschaft übermittelt, mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche, um die Dinge anzugehen, die ich mir für mein Leben wünsche. 

3. Der goldene Schlüssel
Termine, Fristen, Telefonate, Meetings, Aufgaben, Aufgaben, Aufgaben waren im Laufe der Jahre zu Dauerstress geworden und verlangten meine ganze Aufmerksamkeit. Leider hatte ich dabei oft vergessen, was es bedeutet, sich Zeit zu nehmen, um „anzukommen“. Frau Morrien schlug mir vor, mich mit der Zeit zu verabreden, so als wäre sie ein Freund, mit dem ich mich träfe.

Das Kennenlernen von Clive – der Zeit –, mit dem ich mich seitdem täglich an einem ruhigen Ort in der Natur treffe, ist eine deutliche Bereicherung für mein Leben und lässt mich viele Entscheidungen im Berufs- und Privatleben überlegter angehen. Ich habe gelernt, Dinge auch abzugeben und freie Zeit fest einzuplanen.

Im Prinzip ist alles sehr einfach und logisch, aber irgendwie verlernen wir ab einem bestimmten Zeitpunkt im Leben wirklich, auf uns zu hören. Wie gut ist es da, dass Frau Morrien, mit ihrem eigenen wertvollen Potenzial ausgestattet, einen Beruf ausübt, der dabei hilft, auf die natürlichen Ressourcen zurückzugreifen. Oft und gerne erinnere ich mich an die erleuchtenden Pointen in der Krüthstraße.

Bewusst und unbewusst – der Einfluss der Träume
Während ich diesen Text schreibe und mich kurz in meinem kleinen Oasenuniversum umsehe, um die richtigen Worte einzufangen, entdecke ich etwas an meinem embryonalen Kunstwerk, das friedlich auf der Staffelei trocknet. Ich erinnere mich, dass ich dieses Bild während meiner Traumreise schon einmal gesehen habe. Gleiche Farbwahl, gleiche Energie, ähnliches Umfeld. Zufall? Hmmm …

Wahrscheinlich hat mich nicht nur mein Unterbewusstsein, sondern auch mein neu gewonnenes Bewusstsein an sich auf die glorreiche Idee gebracht, dieses Meisterwerk über die Wahrheit auf die Leinwand zu bringen. Ob das nun etwas mit meinem Besuch bei Frau Morrien zu tun hat oder nicht, ist eine Glaubensfrage. Aber ich finde es toll, dass es so ist, und das hat ganz sicher etwas mit dem positiven Einfluss auf die Bewusstmachung meiner eigenen Wünsche und Träume durch mein Coaching zu tun. Und wir wissen ja alle: Träumen kann so schön sein!

Das goldene Meer
Wieder ließ ich mich also tief sinken in meine innerste und ehrlichste Fantasiewelt. Meine Bilder tanzen erneut in Frau Morriens „Traumreisezentrum“ hinter geschlossenen Lidern und bei duftendem Tee. Ich stehe auf einer grünen, saftigen Sommerwiese und sehe auf dem Boden einen großen goldenen Schlüssel, den ich aufhebe und mit ihm in der Hand in einen dunklen Wald mit sehr hohen Bäumen laufe. Die Farben sind kräftig und ich kann die Weite förmlich riechen.

Ich werde immer schneller und schneller, beginne zu rennen, bis ich nach einer gewissen Zeit an einer hohen grauen Mauer ankomme. Eine alte Holzleiter lehnt an dem tristen Gestein und führt zu einer kleinen skurril wirkenden Tür, zu der ich Sprosse für Sprosse hinaufsteige. Ich benutze den goldenen Schlüssel und trete in einen unendlich großen Raum, in dem sich eine golden-wässrige Flüssigkeit befindet. Fast wie vergoldetes Wasser. Ich springe beherzt in dieses goldene Meer und bade genüsslich. Von der Flüssigkeit getragen lasse ich mich treiben. – Das war mein Quantensprung in ein neues Leben. 

4. Und was hat’s gebracht?
Das Erkennen meiner Etappenziele durch die Auswertung meiner Träume in Bild und Wort ergab eine To-do-Liste, die ich mir jetzt genüsslich schmecken lasse. Die daraus resultierenden Aufgaben und Projekte gehe ich voller Elan an und freue mich schon jetzt darauf, ihnen beim Wachsen zuzusehen. Meiner Leidenschaft für die orientalische Kultur und die Wüsten dieser Erde nachgebend, die wohl daher rührt, dass ich drei der schönsten Jahre meiner Kindheit in Algerien verbracht habe, plane ich nun gemeinsam mit dem Kulturamt Köln ein Projekt, das Künstler und Künstlerinnen des Mittleren Ostens mit europäischen, insbesondere Kölner Kreativen verbindet.

Ein geplantes Tanzstück soll die Möglichkeiten des unterschiedlichen Glücks im Unglück am Beispiel dreier Frauen zeigen, die unterschiedlicher nicht sein können, und beispielhaft erklären, dass es uns allen um das Gleiche geht, egal wo wir herkommen und egal welchen Weg wir einschlagen … Eine Idee, die mir während der Wochen des Coachings bei einem Treffen mit der Zeit im Park kam.
Weiterhin hat die Bewusstmachung meiner kommunikativen und pädagogischen Potenziale mich auf die Idee gebracht, meine kreative Motivationsfähigkeit in ein neues Incentive Show Concept umzusetzen und es als neues Produkt meiner Firma anzubieten. Die Resonanz ist überwältigend.

Die Kraft meines Lebens
Ich tanze durch mein Leben, wie ich es schon immer getan habe. Aber mit einem neuen Gefühl von Selbstwert, denn heute weiß ich, dass zum Beispiel meine zwei Vaterlinien (ich habe einen leiblichen und einen Adoptivvater), die aus meinem Berufsgenogramm hervorgehen, Reichtum bedeuten, meine geliebte Großmutter Johanna Heller auch noch lange nach ihrem Tod an mich glaubt und mein Wert unabhängig von äußeren Gegebenheiten unantastbar ist. Genau diese scheinbar kleinen Erkenntnisse geben mir heute die Kraft, mein Leben positiver zu sehen und endlich wieder richtig „Lust auf meinen Job“ zu haben. Dafür bin ich Frau Morrien ausgesprochen dankbar.

 

Die Autorin 
Brigitte Breternitz (Jahrgang 1977)
www.brigittebreternitz.com
 

Hinweis: 

Im Coaching-Blogger (>Themen >Fallgeschichten) berichten Klientinnen und Klienten über ihre Erfahrungen im Karriere-Coaching mit DreamGuidance bei Birgitt Morrien. Die in Köln ansässige Buchautorin und Senior Coaching-Expertin DBVC hat in ihrem virtuellen Logbuch inzwischen mehr als ein halbes Hundert Fallgeschichten aus erster Hand veröffentlicht.

 
Erstveröffentlichung in diesem Blog: 04.09.2009

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