Ukrainekrieg dominiert Medien

Was sehen. (Foto: #Morrien 2023)

Luisa Bilke, Torsten Maurer und Hans-Jürgen Weiß

Ergebnisse der ARD/ZDF-Programmanalyse 2022 

Kurzfassung:

  • Im Jahr 2022 dominierte der Ukrainekrieg die Berichterstattung der TV-Vollprogramme.
  • Der Informationsanteil am Gesamtprogramm liegt bei Das Erste und dem ZDF seit Jahren deutlich über 40 Prozent. Bei RTL sind es inzwischen 29 Prozent, bei Sat.1 zwischen 15 und 17 Prozent und bei ProSieben 18 Prozent.
  • Unverändert ist die größere Bedeutung politischer Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Anbieter.
  • Das Erste und das ZDF berichten über Politik umfangreicher und vielfältiger als die privaten Anbieter, wie sich hinsichtlich der Sendungsformate und der Inhalte zeigt.

Topthemen 2022

Im Jahr 2022 war der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ein beherrschendes Thema in der Berichterstattung der Fernsehvollprogramme. Die Berichterstattung zu Corona hat sich nach einem hohen Einstieg zu Beginn des Jahres im Laufe der Monate auf einem konstanten Niveau um die 10 Prozent eingependelt. Weitere Topthemen waren die Energiepolitik, Migration und Inflation.

Die Berichterstattung zum Ukrainekrieg erlebte im Februar und März 2022 ihren Höhepunkt, als sich jeweils mehr als die Hälfte des Informationsangebots mit dem Thema beschäftige. Anschließend sank das mediale Interesse, unterbrochen von einem Peak im Oktober. Diskussionen um die Energiepolitik kamen mit Beginn des Krieges auf, da die diesbezügliche Abhängigkeit Deutschlands von Russland und die Suche nach alternativen Energiequellen auf die Tagesordnung kam.

Das Thema war das gesamte Jahr präsent und erlebte im Herbst mit Diskussionen über explodierende Preise im nahenden Winter sowie über mögliche Entlastungen von Bürgern und Industrie einen weiteren Höhepunkt. Die Inflation fand nicht ganz so viel Beachtung wie das Thema Energie, der Kurvenverlauf ist jedoch sehr ähnlich.

 

Bedeutung des Ukrainekriegs in den TV-Vollprogrammen

An den Topthemen des Jahres 2022 lässt sich ein Eindruck von den Unterschieden bei den politischen Informationsleistungen der einzelnen Programme gewinnen. Ablesbar ist dies an dem Prozentanteil, den der Ukraine-Krieg an der journalistischen Information der Sender einnimmt.

Bei den öffentlich-rechtlichen Anbietern nahm der Ukrainekrieg 29 Prozent des journalistischen Informationsangebots ein, bei RTL 16 Prozent und bei den beiden Programmen der ProSiebenSat.1 Media Group jeweils 9 Prozent. Geschuldet ist dies einer deutlich höheren Berücksichtigung von gesellschaftlich relevanten Themen bei Das Erste und dem ZDF und so auch mehr Möglichkeiten, aktuelle politische Themen aufzugreifen.

Weitere Ergebnisse zu Informationsprofilen in der Programmanalyse 2022 finden Sie hier:

Informationsleistungen öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehvollprogramme im ersten Jahr des Urkainekriegs – Ergebnisse der ARD/ZDF-Programmanalyse 2022

 

Quelle: MediaPerspektiven

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