CALISOTA – Hinter den Mauern von Entenhausens Geldspeicher formiert sich eine neue politische Realität. Eine Satire enthüllt, wie Dagobert Duck mithilfe von Desinformation, Thinktanks und Medienmanipulation die Strippen hinter dem Aufstieg der AfS zieht, der „Alternative für Sämtliche“.
Mein Onkel Dagobert hat das System geknackt. Damit sein geliebtes Geldgebirge im Staate Calisota ungestört weiter gen Himmel wächst – und er mir beizeiten reichlich Kreuzer vererbt –, pflastert er Entenhausen mit immer gigantischeren Barrenbunkern zu. Die Dinger vermehren sich wie die Karnickel, weil seine Taler seit Generationen im Dunkeln heimlich Hochzeit feiern. „Solange ich keinen kapitalen Bock schieße, Donald“, krächzt der alte Zylinderhut immer, „wächst der Haufen von ganz allein.“ Ich kapier zwar nicht, welche Hexerei dahintersteckt, aber die Maurerarbeiten an seinen Kellern nehmen jedenfalls kein Ende.
Natürlich bleibt so ein gigantischer Talerberg nicht unbemerkt. Und wo fette Beute liegt, kriechen die Neidhammel aus den Löchern! Das ganze Heer der Habenichtse, die sich von früh bis spät abschuften und trotzdem keinen grünen Zweig sehen, jammert Gift und Galle. „Selbst schuld, die Faulpelze! Wer nichts hat, hat einfach falsch geschürft!“, schnauzt Onkel Dagobert dann nur und poliert seine Glückstaler.
Doch bevor der Pöbel mit Mistgabeln anrückt, setzt der alte Fuchs lieber auf die grauen Zellen anderer Leute. Aus seiner Portokasse spendiert er einer Handvoll hochgestochener Schlaumeier-Enten einen luxuriösen Fress- und Denktank. Dort drinnen wird gefuttert wie bei den alten Römern und gewürfelt, was das Zeug hält. Diese feinen Herrschaften tüfteln den lieben langen Tag aus, welche Entenhausener Fraktion man am besten gegen welche aufhetzt, damit das Volk ordentlich abgelenkt ist und sich gegenseitig an die Gurgel geht.
Diese ehrgeizigen Denkgestalten haben ihm prompt gesteckt, er solle ein paar lächerliche Millionen in TMC – Top Maximum Communications stecken. Gesagt, getan! Nun sitzen Heerscharen von Mietmäulern an den Mikrofonen und posaunen rund um die Uhr tausendundein strunzdumme Parolen in den sozialen Äther. Die Zielgruppe? Die berüchtigten MESEs – die Männlich-Emotional-Schwachen Enten.
Wenn man diesen frustrierten Brüdern einredet, sie müssten nur feste auf die ITEs (Immigrierte, Taffe Enten) eindreschen, hüpft ihr kleines Herz vor Freude. Da kann der kleine Erpel mal so richtig Dampf ablassen und sich einbilden, er wäre der König im Ententeich, dem niemand die Butter vom Brot klaut! Wo kämen wir denn da hin?
Während diese aufgepeitschten MESEs ihren Dienst als nützliche Idioten also fabelhaft erledigen, reibt sich mein Onkel die Hände und betoniert den nächsten Keller. Dass es so leicht ist, die Massen an der Nase herumzuführen, hätte selbst der reichste Mann der Welt nicht gedacht! Ganz nebenbei dreschen die Botschaften nämlich auch noch auf die AGEs ein – die Anders Gearteten Enten. Also auf alle, die nicht ins weiße Schema passen: feinfühlige Erpel, schlaue Entinnen, Enten of Color, unbequeme Queere, eigensinnige Künstler*innen, Kranke und Pflastertreter. Davon gibt es ja bekanntlich reichlich.
Was aber kein Mensch in Calisota ahnt: Mein Onkel Dagobert zieht im Verborgenen auch die Strippen bei der Wahl des neuen Vorsitzenden der AfS (Alternative für Sämtliche). Und wenn der Wind sich nicht dreht, sitzt eine von ihm protegierte Marionette bald (auch) im Kanzleramt, äh, wie im Weißen Haus, und da helfe uns der Himmel!
Konzeptidee und Ursprungstext: Birgitt Morrien inspiriert durch Donald Duck
Überarbeitung im Stil von Carl Barks: MIA (Maschinell intelligente/r Assistent*in)
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Extreme Vermögensungleichheit gefährdet den sozialen FRIEDEN

Die Erleuchtung (#Morrien / Germany 2021)