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“Cern”-Fragen der Menschheit & die Möglichkeiten der Physik: String, ich bin ein Schaf & löse Probleme im Traum

Wie Birgitt Morrien lernte, komplexe Dinge einfach zu sehen, und so die Welt auch selbst besser verstand. Oder: Wie moderne Physik-Pioniere mit der Theorie interuniverseller Traumtunnel ihrer lang bekämpften Mutter Mystik versöhnlich die Hand reichen. Eine Reminiszens an die Komplexität der Welten anläßlich der aktuellen Entdeckung der sogenannten "Gottesteilchens".

 

Birgitt Morrien
 

Ganz schön kompliziert, was die Expertin uns da vorträgt zur Theorie der so genannten Strings. Der vielversprechende Ansatz für eine einheitliche Theorie der Physik will die allgemeine Relativitäts-Theorie mit der Quantenmechanik verbinden.

Dr. Brenda Braun* bricht die universellen Sachverhalte schon ziemlich weit für uns herunter. Dennoch wollen sich mir die meisten der 9 Raumdimensionen der String-Theorie nicht wirklich erschließen. Aus dem Alltag vertraut sind mir nur Höhe, Tiefe und Breite.

Der Zeit als vierter Dimension kann ich – trotz aller Relativität – gerade noch folgen. Wie aber unvorstellbar kleine Strings in den verbleibenden, angeblich in sich aufgerollten Raumdimensionen schwingend die ganze Welt erschaffen sollen, ist mir ein Rätsel.

Als die Physikerin den Begriff des Multiversums einführt, einer interkosmischen Suppe aus unendlich vielen Blasen-Universen, beginnt mich ein Nickerchen langsam, aber sicher aus den Begrenzungen des Vortragsraumes hinauszutragen. Noch

erreicht mich aus der Ferne das Echo ihrer Worte, wonach sich unser Universum an der Oberfläche eines 15 Milliarden Jahre alten Bläschens befindet, ständig expandierend, ewig in sich selbst verwoben. Parallele Universen, durch geheime Gänge** ganz miteinander eins.

Da spür ich schon in meinem Dämmer den bangen Schrecken einer starken letzten Wehe. Wie ich das kleine Leben mit letzter Kraft aus meinem Schoß herauspresse. Von wo es mit einem sanften Plumps ins frische Frühjahrsgras fällt, mitten zwischen meine vier staunenden Beine.

Sich aus der Blase zu befreien, in der es da gelandet ist, will bald gelingen. Mit schleckender Hilfe der erste Riss in alter Haut. Ein scheuer Blick hinaus. Verhuscht noch, noch verdattert. Zaghaftes Zischeln aus kleinem Maul von mir begrüßt mit einem ordentlichen MÄH!

Dann bin ich doch durch die Geburt geschafft und gönne mir ein Schläfchen. Mein Kleines sicher wähnend. Träumt’s mir, es sei ein alter Mann, hier nur als Schaf verkleidet. Herr Albert Einstein sei er, sagt es, aus einer andren Welt zu mir gekommen.

Ich muss noch lachen. Da zieht es sich das Fellchen selbst vom Leibe wie eine falsche Haut. Steht auf und groß geworden sieht nun der Alte freundlich zu mir runter. Spricht lässig, strahlt: „Nun ist mir der geheime Gang Gewissheit. Die Theorie des Tunnels, sie ist wahr!“

Da steh ich bass erstaunt und will noch wissen, was dies denn nun für mich als Schaf bedeutet. Schon aber naht ein Grollen, kündet das Gewitter an und mit dem ersten Donnerschlag bin ich ganz wach und seh’ mein Kleines, wie es wackelt. Und

will es schnell zum Stall hinführen, wo uns ein Blitzableiter schützen soll. Doch auf dem Weg dahin schlägt er schon ein, der Blitz, gleich neben uns. Und ich, trotz der vier Beine, stürze, falle, fliege durch Raum und Zeit zurück schnurstracks zu der Expertin hin.

Die steht vor mir und lächelt freundlich zu mir runter, ob ich noch Fragen hätte. „Ach ja“, stolpert es aus mir heraus. „Könnte es vielleicht sein, dass den Physikern das Schaf ist, was den Christen das Lamm Gottes?“



 

*Dr. Brenda Braun: Hinter diesem Namen verbirgt sich eine promovierte Medizinerin. Sie ist eine von sieben Expertinnen eines Arbeitskreises zur Erweiterung des Bewusstseins in Beratung und Heilung. Die von Birgitt Morrien initiierte Runde mit Vertreterinnen aus verschiedenen Berufsgruppen und Regionen traf sich über vier Jahre viermal jährlich für jeweils zwei Tage, um sich dazu in Eigenregie weiterzubilden.

Der ganzheitliche Ansatz des Kreises zielte auf intellektuelles und spirituelles Wachstums durch vorbehaltlose Perspektivenwechsel. Wenn die analytische Kraft bei der Klärung einer Frage nicht weiterweiß, wechseln wir die Ebene zu Gunsten von Traum und Trance als alte und ergänzende Techniken der Erkenntnis. So erhält der Geist neue Impulse, um die Grenzen unserer kognitiven Gärten zu erweitern.



**Literatur zum Thema:

Im Internet:

Eine Reise zum Parallel-Universum

Nicht nur Science-Fiction-Autoren, sondern auch viele Physiker glauben, dass es zwischen den einzelnen Blasen-Universen Verbindungen gibt, die uns eine Reise in Parallelwelten ermöglichen könnten.

Diese Idee geht auf Albert Einstein zurück. Entsprechend seiner Relativitäts-Theorie sind Raum und Zeit elastisch wie Gummi. Unter dem Einfluss der Masse wird das Raum-Zeit-Kontinuum gekrümmt. Schon kleinere Sterne können durch ihre Schwerkraft eine messbare Delle im Raum verursachen.

Verdichtet sich Materie besonders stark, wie etwa nach der Explosion eines Sterns, wird diese Delle tiefer: Ein Schwarzes Loch entsteht. Die extreme Gravitation führt dazu, dass aus der Verformung im Raum-Zeit-Gefüge ein Tunnel entsteht. Dieser Tunnel – die so genannte Einstein-Rosen-Brücke –
führt möglicherweise in ein Parallel-Universum! Eine verlockende Reisemöglichkeit! Man könnte in den Tunnel von einer Seite eintauchen und schon in wenigen Augenblicken in einem anderen Universum sein! Das einzige Problem dabei wäre die extreme Gravitation im Inneren des Tunnels. Sie würde den Reisenden in kleinste Stückchen zerquetschen.

Quelle: http://www.quarks.de/themendossiers/weltraum/html-version/das-universum-und-der-ganze-rest/jenseits-des-universums/index.html



In Büchern:

a) Neue Physik

Higgs My life as a boson. The story of the Higgs, in Michael Duff, James Liu (Herausgeber) 2001 - A spacetime odyssey, World Scientific 2002, S. 86-89

Albert Jacquard: Was wir wirklich wissen müssen, um die Welt zu verstehen. Wissenschaft für Nicht-Wissenschaftler. Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins. Hamburg 2003

Brigitte Röthlein: Die Quantenrevolution. Neue Nachrichten aus der Teilchenphysik. dtv. München 2004

Steven Strogatz: Synchron. Vom rätselhaften Rhythmus der Welt. Berlin Verlag

Anton Zeilinger: Einsteins Schleier. Die neue Welt der Quantenphysik. C.H. Beck. München 2004

Lisa Randall: "Warped Passages. Unraveling the Mysteries of the Universes's Hidden Dimensions". Ecco, New York; Erscheint auf Deutsch im Frühjahr 2007 beim S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main.

 

b)  Archaische Techniken der Erkenntnis

Mircea Eliade: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik. Suhrkamp. Frankfurt 1997

Felicitas Goodman: Wo die Geister auf den Winden reiten. Trancereisen und ekstatische Erlebnisse. Bauer Classics. Freiburg i.B. 2000

Carl A. Hammerschlag: Die tanzenden Heiler. Lehrjahre eines Arztes bei den Indianern. Carl Auer Verlag. Heidelberg 2003

Sandra Ingerman: Auf der Suche nach der verlorenen Seele. Der schamanische Weg zur inneren Ganzheit. Econ. München 2002

Carlo Zumstein: Reise hinter die Finsternis. Aus der Depression zur eigenen Schamenenkraft. Hugendubel. München 2001

 

c) Auf der Schnittstelle von Ratio & Intuition in der Beratung

Morriens Bücher zum Coaching mit „DreamGuidance“ finden Sie auf ihrer Homepage: www.cop-morrien.de >Media
 

Mit ihrem DreamGuidance-Konzept verbindet die US-diplomierte Kommunikationswissenschaftlerin kognitive Techniken der Erkenntnis mit eher intuitiven Zugängen. Morriens Zielsetzung ist die ihr bestmögliche und daher ganzheitliche Klärung beruflicher Fragen.

 

2007: Morriens sommerliche Hinweise...

1. Während ich bis Mitte August im fernen Tuwa meinen Horizont erweitere, geografisch wie geistig, erscheinen hier mir besonders liebe bzw. wichtige Texte aus zwei Jahren Online-Schreibarbeit.

2. In den nächsten Wochen erscheint mein neues Buch: "Traumhaft gelöst. Coaching mit DreamGuidance". Inhalt: Coaching-Prosa für Karrierewillige.

2012: Morriens sommerliche Hinweise

Wenn ich Ende September zu einer Pilgerreise nach Bhutan aufbreche, wird mein neues Buch bereits auf dem Markt sein: "Coaching mit DreamGuidance - Wie berufliche Visionen Wirklichkeit werden".



 

 

Erstveröffentlichung am 14.06.2006 im Coaching-Blogger

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