Klassismus im Journalismus

Wer wird Journalist:in und wer bleibt außen vor?

Eine Studie untersucht erstmals umfassend die soziale Herkunft des journalistischen Nachwuchses in Deutschland. Auf Basis einer bundesweiten Befragung von 250 Volontärinnen und Journalistenschülerinnen zeigt sich: Der Zugang zum Journalismus ist sozial selektiv. Personen aus akademischen Elternhäusern sind überrepräsentiert und Startressourcen wie Praktika, freie Mitarbeit, Netzwerke und finanzielle Unterstützung ungleich verteilt.

Zugleich beeinflusst die soziale Herkunft das berufliche Rollen-verständnis: Während Personen aus akademischen Elternhäusern stärker die kritisch-überwachende Funktion als ›Vierte Gewalt: betonen, legen Befragte aus nicht-akademischen Herkunftsgruppen größeren Wert auf die gesellschaftlich integrative und repräsentative Funktion des Journalismus. Mit der Anwendung der MacArthur-Skala im Kontext journalistischer Rekrutierung eröffnet das Buch zudem neue Perspektiven auf soziale Ungleichheit im Journalismus.

Aufgrund ihrer Studienergebnisse fordern die Autorinnen eine Verankerung des Themas Klassismus in den Curricula journalistischer Aus- und Weiterbildung sowie eine Erhebung von sozialer Herkunft, um diese systematisch in Auswahl- und Förder-prozesse einbinden zu können.

 

Zur Veröffentlichung: Klassismus im Journalismus

 

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