Mystisch, gewitzt, machtbewusst: Teresa von Avila

Eine Frau, die sich weigert, den ihr zugedachten Platz einzunehmen: Cristina Morales lässt Teresa von Ávila als Nonne, Schriftstellerin und radikale Rebellin auftreten – eine Stimme, die sich in einem furiosen Selbstgespräch gegen Konventionen, Dogmen und die Zumutungen des Patriarchats erhebt und ihr eigenes Leben neu erzählt.

Teresa von Ávila (1515-1582) war es vor Montaigne (1533-1592), die sich schreibend selbst zum Thema machte. Das ist wenig bekannt, verdient aber historische Beachtung.

Wer nur die Mystikerin kennt, aber mehr über die Gründerin von 16 Klöstern und brillante Managerin erfahren möchte, die mit den Größen ihrer Zeit regen Briefwechsel pflegte, sollte zum Roman von Cristina Morales greifen: „Letzte Tage mit Teresa von Ávila“.

Und wird damit ihre und seine helle Freude haben, denn darin spricht Teresa aus, was zu ihrer Zeit ihr das Leben gekostet hätte. Es brannten die Scheiterhaufen, und widerständige Frauen – erfolgreich und machtbewusst – waren besonders gefährdet.

Dank ihrer intelligenten Diplomatie und lebenswichtiger Netzwerke gelang es ihr gegen alle Widerstände, ihre Vision umzusetzen, sich radikal gegen die Zumutungen ihrer Zeit zu behaupten und sich in unzähligen Werken literarisch zu verewigen – zumal als zuletzt Heiliggesprochene.

 

Ergänzende Literatur:

Walter Nigg: Teresa von Avila Eine leidenschaftliche Seele
In kurzer, packender Form präsentiert diese Büchlein eine der faszinierndsten und resolutesten Frauen des ganzen Christentums. Eine Heilige ohne Kitsch, die nicht nur Verstand und Mut, sondern auch eine gehörige Portion Witz besass.

 

#DreamGuidance #Vision #Chuzpe

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