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Internet-TV: Challenge & Chance

Laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 schauen bereits 72 Prozent der Bevölkerung mindestens selten Videoinhalte im Internet an. Ist der größte Teil der Sendungen eines Fernsehsenders durch Eigen- oder Koproduktionen entstanden, können etwa zwischen 80 und 90 Prozent der linear ausgestrahlten Inhalte online angeboten werden.

Mediaturm Köln (Foto: #Morrien)

Hanna Puffer

Inhalte und Nutzungsmuster öffentlich-rechtlicher und privater Mediatheken

Der Begriff Fernsehen beschreibt heutzutage unterschiedlichste Nutzungsszenarios. Inhalte werden klassisch linear auf dem Fernsehgerät oder im Internet live über PC, Laptop oder Smartphone angesehen. Auch die Nutzung von Bewegtbild über kostenfreie Webportale wie Mediatheken und YouTube sowie kommerzielle Streamingdienste spielt für viele Personen eine bedeutende Rolle.

Laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 schauen bereits 72 Prozent der Bevölkerung mindestens selten Videoinhalte im Internet an, bei den 14- bis 29-Jährigens sind es 97 Prozent. Die Streaminghitlisten der AGF Videoforschung weisen aus, dass bei den Mediatheken der Privatsender vorrangig reichweitenstarke Formate aus dem linearen Fernsehen, wie „Germany´s next Topmodel“ die Anzahl der abgerufenen Streams bestimmen und sie im Verlauf einiger Monate stärker schwanken.

Bei den öffentlich-rechtlichen Mediatheken sind die Abrufzahlen stabiler. Das Erste verzeichnete im Zeitraum Januar bis April 2017 zwischen rund 934 000 und 1,6 Mio Abrufe, in der Mediathek des ZDF waren es zwischen 712 000 und 1,4 Mio abgerufene Streams aus der Top-10-Hitliste.

In welchem Umfang ein Fernsehsender Inhalte in einer Mediathek anbietet, hängt von der jeweiligen Produktionscharakteristik ab. Ist der größte Teil der Sendungen durch Eigen- oder Koproduktionen entstanden, können zwischen 80 und 90 Prozent der linear ausgestrahlten Inhalte online angeboten werden. Dies ist zum Beispiel bei ARD, ZDF, RTL und Sat.1 der Fall. Bei ProSieben und Kabel eins hingegen werden mehr angekaufte Inhalte gezeigt, und diese Sender bieten in ihren Mediatheken deutlich weniger Inhalte an.  

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind, neben grundlegenden lizenzrechtlichen Bestimmungen, zusätzlich an Regelungen im Rundfunkstaatsvertrag gebunden. In anderen Ländern Europas sind die Regulierungen für öffentlich-rechtliche Anbieter weniger strikt und Rundfunkanbieter werden teilweise explizit dazu aufgefordert, so viel wie möglich von den produzierten Videos und Audios online bereitzustellen. Die medienpolitischen Debatten in Deutschland greifen das Thema immer wieder auf. Durch den Rundfunkbeitrag finanzierte Fernsehinhalte sollten den Zuschauern auch online umfänglich zur Verfügung stehen.

Quelle: Medka Perspektiven 1/2018, S. 2-9
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