Traumhaft: Coach auch als Autorin froh

Von wegen bunte Buchdeckel.

Birgitt Morrien

Ich habe immer getan, wonach mir der Sinn stand. Bin den Impulsen gefolgt, die sich mir boten, habe Chancen genutzt. Dabei ist mir vieles geglückt und manches danebengegangen. Über beide Erfahrungen bin ich gleichermaßen glücklich, zumindest im Rückblick.

Ob Bücherschreiben oder Bücherverlegen* macht dabei keinen Unterschied. Als ich als junge Frau von der Liaison zwischen Virginia Woolf und Vita Sackville-West las, wusste ich, eine Schriftstellerin musste her. Eine, mit der ich mich austauschen, mit der ich gleichermaßen mein berufliches wie mein persönliches Leben teilen konnte. Also habe ich mich verliebt in eine Frau, von der ich nicht wusste, dass sie Schriftstellerin war. Es war auf einem riesigen Frauenfest und es war Liebe auf den ersten Blick.

Diese Liebe hat zwar nur vier Jahre gehalten, aber dabei herausgekommen sind unter meinem Namen** immerhin ein Roman, diverse Kurzgeschichten, Essays und Kolumnen. Und da es für unser damaliges Genre keinen Verlag gab, haben wir eben selbst einen gegründet. Special-Interest-Publikationen waren zumindest als Begriff noch nicht auf dem Markt. Aber unser Verlag für „lesbisch-feministische Literatur“ lässt sich definitiv so zuordnen. 

Nachdem 10 eigene Bücher und Textarbeiten anderer Autorinnen erschienen waren, stieg ich aus dem Verlagsteam aus. Und bis zu meiner nächsten Buchveröffentlichung vergingen sage und schreibe 13 lange Jahre, in denen ich zwar viel schrieb, aber das Veröffentlichen sich auf die Presse beschränkte. Das nächste Buch folgte erst, als ich meine Graduierungsarbeit zum Thema „DreamGuidance: Coaching zur Entdeckung, Erforschung und Aktivierung intuitiver Intelligenz“ abschloss und fand, dass sie publiziert werden sollte.

Denn ich war von Anfang an überzeugt von meiner DreamGuidance-Methode. Coaching war 2001 noch kein Massentrend und daher erklärungsbedürftig. Umso mehr mein ganzheitlicher Ansatz, der sich anstellte, die weiblich konnotierte Intuition ganz offiziell als Ressource in die Management- und Unternehmensberatung einzubinden. Coaching, wenn es gelingen soll, ist ja schlechterdings ohne Eingebung gar nicht möglich. 

Wieder war es ein Selbstverlag, in dem ich meine Arbeiten bis 2007 veröffentlichte. Das hat mir viel Spaß gemacht, bedeutete aber auch viel Arbeit, und wirklich günstig war es nicht. Denn da ich einen hohen Anspruch an Text und Optik habe, kamen die Kosten für Lektorat*** und Grafik dazu. Investitionen, die sich jedoch fraglos gelohnt haben.

Bestseller sind die Bücher allesamt nicht geworden. Denn ich adressiere mit meinem Ansatz ein Fachpublikum, das sich für kreative Optionen in der Persönlichkeitsentwicklung interessiert. Aber manchmal will es das Glück, dass wir unverhofft angefragt werden, etwas Besonderes zu tun. Als ein Coachingverband mich 2008 bat, beim Deutschlandfunk mit Heide Simonis zu Fragen der Krisenberatung in die Bütt zu steigen, war ich begeistert dabei.

Dieses Interview hörte die Chefin für Programmplanung bei Kösel und holte mich als Autorin ins hauseigene Boot. Da saß ich plötzlich sehr komfortabel mit Co-Autorin und sehr gutem Honorar. Meine Freude war außerordentlich und meine Dankbarkeit nicht minder. Ein Jahr lang entwickelten die Redakteurin Diane Zilliges und ich den Leitfaden zu meiner Methode am Beispiel zahlreicher Erfolgsgeschichten aus 20 Jahren, der unter diesem Titel erschien: „Coaching mit DreamGuidance. Wie berufliche Visionen Wirklichkeit werden“.

Die Co-Autorin hat mir der Verlag übrigens nicht gestellt, die durfte ich selbst mitbringen. Sie kam aus meiner schamanischen Studiengruppe, in der wir uns in illustrer Runde über Jahre trafen: Ärztinnen, Managerinnen, Autorinnen, hauptamtliche Mütter großer Sippen, Psychotherapeutinnen und ich als einzige Coaching-Expertin. Dort begegnete ich Diane Zilliges, und sie war meine absolut erste Wahl, die Random House nach Durchsicht ihrer Referenzen mit Kusshand akzeptierte.

Nach einem ähnlichen Prinzip fand sich die Gelegenheit zu einem DreamGuidance-Ratgeber, der in der Kreuz Verlagsgruppe erschien. Hier war es eine Journalistin, die als Klientin Feuer gefangen hatte, nachdem sie ihr Leben im Anschluss an das Coaching bei mir einmal komplett umgekrempelt hatte, und das mit großem Erfolg. Sie war geflasht und überzeugte mich, dass ein Ratgeber zur Methode genau die richtige Sache sei. Gesagt, getan.

Später folgten Veröffentlichungen in einer Reihe, die ich als Publizistin startete. Die geeignete Plattform dafür war und ist für mich GRIN. Aus meinen fortlaufenden Beiträgen in meinem Weblog Coaching-Blogger entwickle ich Reader, die vor allem Kreative, Kultur-, Kunst-, Kommunikationsschaffende und Menschen im Bereich Neue Medien inspirieren sollen.  

„Glaubwürdigkeit in gläsernen Zeiten“ und „Befreiung vom digitalen Dogma“ lauten die beiden ersten Titel. „Personality Unplugged*“ könnte der nächste Band der Reihe titeln. Denn es braucht die unverstellte Persönlichkeit, um unter Bedingungen der globalen und digitalen Moderne zu reüssieren. Nur der unverstellte Blick kann wirklich wahrnehmen, was (möglich) ist. Wer den Mut dazu nicht findet, beschränkt sich auf den Blickwinkel tradierter Ökonomien, das vor allem. 

RaffGIER engt den Blick ein. ANGST treibt die Ansätze guter Ideen zurück in die Dunkelheit, wo sie niemand sieht. Darum arbeite ich auf allen Ebenen daran, dass die Bahn frei wird für mehr Licht. Das erfordert ein neues Menschenbild: mutig – sozial – einfach. 

Und als schlichtes Gemüt, das ich nun einmal im Kern meines Wesens bin, bleibe ich beharrlich in meinem frommen Glauben, dass sich die Dinge zum Guten wenden. Immer. Auch wenn es manchmal ordentlich durch Morast geht, mitunter jedoch unumgehbar. Zumindest für die, die das ganz Besondere anstreben, das einfach strahlt: wie etwa der Lotus, der nun mal nur da wächst, wo viel Sumpf ist.

 

PS: Ohne Plan auf die Bestsellerliste
Birgitt Morrien zeigt, wie sie es als Coaching-Expertin in die Veröffentlichung einer Spiegel-Bestsellerautorin schaffte. Das war zwar recht einfach, erforderte aber auch Courage. Mit ihrem Beitrag möchte sie vor allem Frauen dazu ermutigen, es ihr gleichzutun. >> weiterlesen

 

***Edda Hattebier / Lektoratsbüro
**Damaliges Pseudonym: Lea Morrien
* Ausgewählte Veröffentlichungen (s.u.)
* pending trademark

 

Ausgewählte Veröffentlichungen
Birgitt E. Morrien

Morrien, Birgitt (2017). Am beruflichen Wendepunkt in Zeiten digitaler Transformation. 50 Case Studies & Stories zum Coaching mit DreamGuidance. Ferner: Mehr als 1.000 Artikel zu Themen wie Karriere & Management, Kommunikation, Marketing/PR & Neue Medien. www.coaching-blogger.de >Themen >Fallgeschichten

Birgitt Morrien (2016): Der weibliche Makel. Weshalb Frauen so häufig unter Selbstzweifeln leiden und fast nie mit sich zufrieden sind, in: Christina Berndt: Zufriedenheit. Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück. dtv. München 2016, S. 101-105.

Morrien, Birgitt (2015): Die Villa: Vom Manager zum Bestsellerautor durch Coaching mit DreamGuidance. In: Dagmar Werther (Hrsg.): Vision – Mission – Werte. Die Basis der Leitbild- und Strategieentwicklung. Weinheim. Beltz-Verlag

Morrien, Birgitt (2014). Die Befreiung vom digitalen Dogma durch Coaching mit DreamGuidance: Sinnstiftende Karriere-Entwicklung und kreatives PR-Management jenseits des Marketing-Mainstreams. COP-Coaching: Impulse zur Förderung mentaler Mobilität im Medienbusiness. München: GRIN

Morrien, Birgitt (2013). Glaubwürdigkeit stärken & Chancen des Internetzeitalters besser nutzen durch Coaching mit DreamGuidance. Zur Bedeutung der Social Media für Management & Kommunikation. München: GRIN

Morrien, Birgitt (2012). Coaching mit DreamGuidance. Wie berufliche Visionen Wirklichkeit werden. Coaching-Leitfaden mit vielen realen Fallbeispielen. München: Kösel Verlag / Random House

Morrien, Birgitt E. & König, Dr. Claudia (Hg. 2011). DreamGuidance Studie 2002-2010. Hannover: in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Leibniz Universität Hannover. Verfügbar unter: http://www.cop-morrien.de/coaching-mit-dreamguidance/coaching-forschung/

Morrien, Birgitt E. (2008). Erfolg mit DreamGuidance. Unbewusste Intelligenz stärken und nutzen. Stuttgart: Lüchow Verlag in der Verlag Kreuz GmbH.

Morrien, Birgitt E. (2007). Traumhaft gelöst. Coaching mit Dream-Guidance. Ein Coaching-Lesebuch. Norderstedt: BoD (COP-Edition).

Morrien, Birgitt E. (2001). DreamGuidance. Coaching zur Entdeckung, Erforschung und Aktivierung intuitiver Intelligenz. Norderstedt: BoD (COP-Edition).

 

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