Wie Frauen Selbstzweifel überwinden: Spiegel-Bestseller „Zufriedenheit“

Nicht alle Menschen sind gleichermaßen mit Selbstbewusstsein gesegnet. Zum Teil gravierende Unterschiede zeigen sich da zwischen Frauen und Männern. Senior Coach DBVC Birgitt Morrien stärkt persönliche Souveränität im Coaching seit 20 Jahren ganzheitlich. Bei Bedarf lernen Frauen, noch stärker an sich zu glauben, und Männer, auch mal an sich zu zweifeln. Das macht beide Geschlechter ausgeglichener und auf gesunde Art erfolgreicher, so die Kölner Buchautorin in dem Spiegel-Bestseller:

Frauen, die an sich glauben, und Männer, die auch mal an sich zweifeln dürfen

Birgitt Morrien kennt viele Frauen, die trotz großen beruflichen Erfolges stets aufs Neue von Selbstzweifeln geplagt werden: „Ob das Unternehmerinnen, Politikerinnen oder prominente Moderatorinnen sind: Dieses Thema taucht immer wieder auf“, sagt Morrien, die eine Kölner Beratungspraxis für Coaching leitet.

„Natürlich gibt es das Phänomen auch bei Männern. Und männliche Führungskräfte wünschen sich sogar manchmal mehr Raum für Selbstzweifel. Sie stehen oft unter dem Druck, keine Schwäche zugeben zu dürfen. Aber Frauen sind dazu erzogen worden, sensibler auf ihre Umgebung zu reagieren. Deshalb fragen sie sich auch ständig, was ihre Umgebung über sie denkt“, sagt Morrien. (S. 96)

Sich immer wieder neu für sich entscheiden

„Man kann oft aus zwei völlig unterschiedlichen Blickwinkeln auf ein Ereignis schauen“, sagt Birgitt Morrien. „Es ist wichtig, sich das immer wieder klarzumachen und sich im Zweifel für die positive Variante zu entscheiden.“ (S. 98)

Ängste auflösen durch tieferes Verständnis

Birgitt Morrien sieht auch strukturelle Gründe in dem oft negativen Selbstbild von Frauen. „Jahrhundertelang hat man insbesondere erfolgreiche, selbstbestimmte Frauen, die aus der Masse herausgetreten sind, als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt“, sagt Morrien. „Diese Massentötung, die da geschehen ist, prägt uns bis heute. Erfolgreiche Frauen werden dämonisiert, verleugnet und denunziert – von Frauen wie Männern.“

Weil die Schärfe in dieser Diskussion so groß sei, hätten Frauen oft Angst davor, aus der Gruppe herauszutreten, Vorträge zu halten, Seminare zu leiten. „Und wenn wir Ängste haben, wie sollen wir da zufrieden sein?“, fragt Morrien. Viele Frauen entscheiden sich deshalb dafür, lieber in der Gruppe zu bleiben, wo sie sich deren warmer Anerkennung gewiss sein können.

Oder sie geben unermüdlich an, sich nicht allzu weit entfernen zu wollen. „Ich bin ja gar keine richtige Karrierefrau“, sagt sogar die erfolgreiche Sabine Johnson regelmäßig zu ihren Freundinnen und signalisiert so: Behaltet mich weiter lieb! (S. 102)

Sensibel für die eigene Souveränität

Dadurch, dass Frauen der äußere Raum stets viel weniger zur Verfügung stand, hätten sie sich auf den inneren Raum konzentriert – die Emotionen, die Intuition, sagt Morrien: „Mädchen werden ja bis heute dazu erzogen, besonders gefühlig zu sein. Unsere Sensoren sind hier extrem ausgebildet.“

Eigentlich seien das doch wichtige Fähigkeiten, so Morrien – vorausgesetzt, Frauen nehmen mit diesen Sensoren nicht ständig nur negative Eindrücke wahr, sondern auch positive. Tatsächlich zeigen Frauen zwar insgesamt mehr Emotionen, aber eben auch mehr negative Emotionen. Wenn sie unter Druck stehen, reagieren sie eher angespannt, ängstlich oder traurig als Männer. (S. 102)

(Weibliche) Selbstwertschätzung: Eine tägliche Übung

Birgitt Morrien trainiert deshalb mit ihren Klientinnen, Gespräche mit sich selbst zu führen. „Ich möchte den Teil stärken, der die Souveränität hat, schwierige Situationen zu meistern“, sagt sie. Dabei ist es wichtig, sich darauf zu besinnen, dass Imaginiertes eben Imaginiertes ist.

Rückmeldungen kann man sich auch selbst geben, und kritisches Hinterfragen kann sehr hilfreich sein. Aber dabei gilt genauso wie bei jedem Feedback nach außen: mit Wertschätzung bitte! (S. 105)

 

Quelle: Birgitt Morrien: „Der weibliche Makel“, in: Christina Berndt: Zufriedenheit. Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück. dtv. München 2016, S. 101-105.

Mehr Literatur von Birgitt Morrien in ihren Büchern. Ferner: 50 Coaching Case Studies und Stories. Berichte ehemaliger Klientinnen und Klienten über ihre Erfahrungen im Coaching mit DreamGuidance bei Birgitt Morrien.

Medienecho: Pressestimmen aus 20 Jahren zur Beratungsarbeit von Birgitt Morrien.

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