Coaching-Erfolg: „Geschafft! Ich folge meinem Traum“

Inspiration zulassen

David Rockner

Es ist doch wahr: Alle haben irgendwelche Träume. Befördert werden. Toll aussehen. Schlagfertig sein. Mit der eigenen Firma erfolgreich durchstarten. Oder mit 40 noch mal ganz von vorn anfangen können – aber diesmal auf keinen Fall als Bankangestellter, sondern als Koch in der Bretagne.

Ich zum Beispiel wollte eigentlich Dichter werden, bin aber Journalist. Immerhin: Der Laden brummt, wie man so schön sagt. Trotz Krise in der Medienbranche. Und eigentlich hätte ich jetzt überhaupt kein Coaching nötig. Doch da war dieses Coaching-Angebot: „DreamGuidance“ – wörtlich übersetzt „Traumführung“. Dabei soll man seine Wunschträume als Realziele verfolgen und so Glück und Gelingen beschleunigen. Klingt gut, denn was macht man schon mit seinen Träumen, außer sie Tag für Tag der Vernunft und dem Alltagsgeschäft zu opfern?

Die Beratungspraxis von Birgitt Morrien, Senior Business Coach und Entwicklerin der „DreamGuidance“-Methode, ist unaufdringlich möbliert: Hohe Regale mit Fachliteratur, Flipchart, Topfpalmen, Ledersessel auf dem Holzdielenboden, in buntem Porzellan dampft grüner Tee. Vier Stunden soll unser erster Termin dauern. Birgitt Morrien ist eine hochgewachsene Frau mit wachem Blick. Zu ihrer Klientel zählen Medienakteure, die in der Krise stecken. Managerinnen und Manager von ARD und Siemens. Auch die Uni wurde schon 2001 auf die Methode aufmerksam: Mit einem auf zehn Jahre angelegten Forschungsprojekt ist die Wirksamkeit von „DreamGuidance“ erforscht worden. Mit dem Ergebnis: Die Methode wirkt nachhaltig, doch unerklärlich bleibt, warum eigentlich.

Zurück in die Zukunft

Natürlich schickt Birgitt Morrien ihre Klienten nicht nur auf gelenkte Tagtraumreisen. Sie arbeitet auch mit klassischen Coaching-Techniken. Mit „DreamGuidance“ hat sie jedoch eine Möglichkeit entwickelt, die herkömmliche Methoden erweitert, um „im Veränderungsprozess schneller voranzukommen“. Den Erfolg der Traumführung erklärt sie mit Einsteins Relativitätstheorie und Erkenntnissen der Quantenphysik. Stark vereinfacht klingt das so: Zeit und Raum sind Dimensionen, deren Grenzen wir überwinden können – auch wenn wir das, als rational erzogene Menschen, nicht glauben mögen. Doch zum Glück gibt es Träume, diese „Türöffner zu unserer intuitiven Intelligenz“. Einstein hat die Relativitätstheorie geträumt, der Ägyptologe Heinrich Brugsch-Pascha die Übersetzung der Hieroglyphen. Henry Ford hatte den Traum von einer Kutsche, die ohne Pferde fährt (und wurde dafür zunächst sehr belächelt). Im Traum können wir in die Zukunft sehen, an mehreren Orten zugleich sein; Botschaften von Fremden oder fremden Kulturen empfangen und auch mal als Wale durch den Ozean schwimmen.

„Das menschliche Gehirn nutzt im Wachzustand zehn Prozent seiner Kapazität, im Traum immerhin 40 Prozent“, sagt Birgitt Morrien. Es lohne sich also, Entscheidungen, Karriereschritte und Lebensziele „aktiv zu beträumen“. Sie selbst führt seit Jahrzehnten ein Traumtagebuch, nutzt ihr Traumwissen systematisch. Weil aber kaum ein Klient das auf Anhieb kann, hat sie die „P/Review“-Technik entwickelt. Das ist Rückschau („Review“) und Vorschau („Preview“) zugleich, eine Art geführter Traum.

Zwei Stunden später sind wir mittendrin. Nach klassischem Coaching-Warm-up und Zieldefinition sitze ich entspannt mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl. Ich soll mir vorstellen, dass ich 87 bin und auf mein Leben zurückblicke. Das klappt erstaunlich gut. In Siebenjahressprüngen führt mich Birgitt Morrien durch die Geschichte meiner Karriere. Für jede Dekade muss ich mir ein Bild merken, das ich später mit Wachsmalkreiden aufmale und betitele. Spaß macht das. Der schauspielende Junge, der jugendlich verträumte Dichter, Chefredakteur eines erfolgreichen Special-Interest-Magazins – all das war ich einmal. Doch ebenso greifbar und real erscheinen die Bilder aus meiner Zukunft: das Glück, als mein Drucker die letzte Seite meines Drehbuchs ausspuckt, an dem ich schon so lange schreibe, mein Drehbuch verfilmt, auf internationalen Filmfestivals gefeiert … Mit einem sehr warmen Gefühl gehe ich nach Hause. Ich fühle mich reich beschenkt.

Leben in Bildern

Aber in den nächsten Tagen geht es mir gar nicht mehr gut. Meine journalistische Arbeit erscheint mir langweilig, alles ist sinnlos. Irgendwann heule ich mir die Seele aus dem Leib, wie ich es nur aus Zeiten unerwiderter Liebe kenne. All der Schmerz darüber, dass ich meinen Traum so lange vernachlässigt habe – da ist er nun und haut mich um. Danach bewege ich mich wie durch Watte, zutiefst erschüttert. Aber ich spüre auch, wie etwas Neues in mir wächst und dass die Bilder aus der Traumreise hartnäckig sind. „Kennen heißt wieder  erkennen“, sagte schon Goethe. Unsere Wahrnehmung ist zu 80 Prozent dominiert von dem, was wir kennen. Wenn ich also ab sofort glaube, dass ich ein erfolgreicher Drehbuchautor bin, weil mein unterbewusstes Traumwissen die entsprechenden Bilder bereits als Traumwissen abgespeichert hat, schadet das bestimmt nicht.

Mit Zuversicht ans Ziel

Glaube ist entscheidend für den Erfolg, sagt Birgitt Morrien zwei Wochen später in unserer nächsten Sitzung. Tag für Tag ist meine Krise zu Energie geworden. Die Erkenntnis, wie schmerzlich es ist, meine Träume zu vernachlässigen, treibt mich an. Die Gewissheit, mein Ziel zu erreichen, gibt mir Zuversicht. Vier Stunden lang erarbeiten wir eine Strategie, wie ich journalistischen Brotjob und Drehbuchschreiben künftig verbinden kann. Birgitt Morrien ist wunderbar darin, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Immer wieder verdichten wir meine Sätze am Flipchart, bis Wortbilder entstanden sind, die etwas in mir zum Klingen bringen. Etwa „Das Glück der letzten Szene“, jener heiß ersehnte Moment, wenn mein Drehbuch zu Ende geschrieben ist. Mit einem „Kontrakt des Künstlers“ in der Tasche gehe ich nach Hause. Ein Vertrag mit mir selbst, das szenische Schreiben nicht wieder dem Alltagsgeschäft zu opfern.

Ein halbes Jahr später

Was danach passiert, erstaunt mich heute, sechs Monate später, immer noch. Mehrere Wochen lang klinke ich mich aus und schreibe an meinem Drehbuch, wie im Rausch: Fragmente, Ideen, Figurenbiografien – alles fügt sich auf einmal zusammen. Auf einem Londoner Produzententreffen gewinne ich einen neuen Kontakt dafür, die ersten 100 Seiten zu lesen. „Freu dich, dass sie es lesen, aber rechne bloß nicht damit, dass sie es auch gut finden“, rät meine Frau, erfahrene PR-Expertin und meine persönliche Karriere-Ratgeberin. So hätte ich früher auch geredet. Aber jetzt lache ich nur. Und habe recht damit: Noch ein zweiter Produzent signalisiert Interesse. Auch als Journalist bin ich gefragt, es kommen Aufträge um Aufträge. Es ist wie nach dem Liebeskummer: Kaum ist man wieder obenauf, rufen alle wieder an.

Das Wesen des Erfolgs

Birgitt Morrien, mit der ich einen letzten Termin habe, findet das nicht weiter erstaunlich. „So funktioniert Quantenphysik eben“, sagt sie. „Atome, die sich einmal berührt haben, bleiben in Verbindung.“ Weil quantenphysikalisch gesehen 99,9 Prozent eines Atoms aus leerem Raum bestünden, sei es ganz logisch, dass die für mich wichtige „Materie“ auf meinen veränderten Energielevel positiv reagiere. Aber ganz ehrlich: Mir ist das letztendlich egal, ob der Glaube an meine Traumbilder, die neue Power, die ich fühle, oder die Atome der Grund sind, dass mein Roman erscheinen wird. Aber ich weiß, dass mein Drehbuch verfilmt werden wird. Weil ich es nur noch fertig schreiben muss. Und das war vor sechs Monaten nur ein Traum.

Sechs Jahre später

Es ist unglaublich, aber aus den ersten Kontakten im Produzentenumfeld haben sich tatsächlich tragende Beziehungen entwickelt. Zahlreiche meiner Drehbücher sind inzwischen umgesetzt worden. Aktuell sitze ich mit einer New Yorker Kollegin an einem spannenden Stoff für eine anspruchsvolle US-Serie. Ein absolutes Highlight in meiner Karriere.


Der Autor
David Rockner lebt und arbeitet als Drehbuchautor in London. Inzwischen kooperiert er auch mit US-amerikanischen Produktionsfirmen. Seine journalistische Arbeit hat er ganz aufgegeben zugunsten seiner Berufung.

Die Coaching-Expertin
Seit 20 Jahren berät die US-diplomierte Kommunikationswissenschaftlerin und Buchautorin Birgitt E. Morrien vielseitige Persönlichkeiten in den Bereichen (Selbst-)Führung, persönliches Marketing-Management & strategisch-kreative Kommunikation in ihrer in Köln ansässigen Beratungspraxis COP – Coaching, Organisation & PR.

Mit Bodenständigkeit und Humor auf Grundlage ihrer ganzheitlichen Methode „DreamGuidance“ sorgt sie für Zielklarheit. Und verschafft Ratsuchenden – trotz aller Belastungen im Business – den Rahmen, durch den sich der Blick für zukünftige Möglichkeiten wieder öffnet.


Mehr Coaching-Storys: 45 Erfahrungsberichte über das Coaching mit DreamGuidance bei Birgitt Morrien

Morriens Bücher
Morrien im TV-Interview

Coaching-Fördermittel: Das Coaching bei Birgitt Morrien kann unter bestimmten Bedingungen anteilig mit bis zu 50 Prozent gefördert werden. Grund: Morrien ist bei verschiedenen öffentlichen Stellen als Gründungs- bzw. Unternehmenscoach gelistet. Beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi ist sie zudem als Consultant akkreditiert.

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