Das Erbe der Morrien: Abschied und sozialer Fortschritt

Das Erbe der Morrien. Ausstellungskatalog / Falkenhof

Wer heute vermögend ist, sammelt Kunst. Wer gern vermögend wäre, Uhren.

Meine Vorfahren sammelten Schlösser, um dort zu residieren, und Bauern- und Gutshöfe, die ihnen zuarbeiteten. In ihren besten Zeiten brachten sie es im Münsterland auf mehr als 30 Adelssitze und mehr als 300 Höfe. Es lebte sich gut. Die Männer spielten Schach und duellierten sich. Die Frauen bildeten sich, lasen und sammelten Vasen und Wissen. Diesem schönen Leben meiner Ahnen ist aktuell eine staatlich geförderte Ausstellung gewidmet.

Als weibliche Nachfahrin dürfte klar sein, womit ich meine Zeit verbringe. Da jedoch leider verarmt, habe ich der bloßen Rezeption den schöpferischen Ausdruck als Dienstleistung beigefügt. Ich begleite vielseitige Persönlichkeiten am beruflichen Wendepunkt und schreibe gern darüber.

Nehmen wir als weiteres Beispiel des Clans einen Cousin von mir, der als männlicher Nachfahr zwar ein exzellenter Schachspieler ist, sogar prämiert, aber dennoch außerdem als vielbeschäftigter Börsenexperte und -autor für seinen Lebensunterhalt sorgen muss. Der Müßiggang früherer Zeiten auch bei ihm – perdu.

Immerhin: Es duelliert sich niemand mehr, leider einerseits. Denn das gäbe den Stoff für eine spannende Geschichte. Andererseits stirbt auch keiner mehr, bloß, weil eine Fehde über einen Grenzstein entstanden ist, der unrechtmäßig verrückt wurde. Einen meiner Vorfahren hat genau das im Duell das Leben gekostet. Und das war dann auch der Anfang vom Untergang meiner Dynastie in Westfalen nach immerhin 500 Jahren erfolgreicher Machtpolitik.
Die von Galen haben später das Zepter übernommen. Wir mussten in der Folge zwar abtreten, haben aber ordentlich dazugelernt.

 

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