Randnotiz: Coaching-Magazin zu konservativ für DreamGuidance

 

Offener Brief an den Chefredakteur des Coaching-Magazins Dawid Barczynski
 

Lieber Dawid Barczynski,

Schade, dass sich Ihre Redaktion für zu konservativ erachtet, um über mein ganzheitliches Konzept „DreamGuidance“ berichten zu können. Das ist erstaunlich, da ganzheitlich ausgerichtete Konzepte, zumal mit spirituellem Ansatz, gesellschaftlich durchaus auf dem Vormarsch sind. Denn ohne Sinnstiftung lässt sich in Zeiten globaler Verwirrung zukünftig wohl keine Orientierung mehr generieren. Die nachwachsende Führungselite will LEBEN und ist bereit, dafür auf Statusgratifikationen traditioneller Art wie Auto und Geld ein Stück weit zu verzichten zugunsten von mehr kreativer Selbstbestimmung und Balance.

Insofern möchte ich empfehlen, dem Magazin eine neue Rubrik zu gönnen, die etwa „Inspirationen vom Rand“ heißen könnte. Hier hätten dann kontrovers diskutierte Konzepte ihren Platz, ohne dass die Redaktion befürchten müsste, von der Leserschaft damit identifiziert zu werden.

Wie viel Neuerung verträgt der Mainstream?
Zwar weiß ich, dass die Ausrichtung des Magazins sich eher am Mainstream traditioneller Wirtschaftskulturen orientiert, worüber bereits das konservative Design Auskunft gibt. Jedoch empfehle ich der Redaktion zu bedenken, dass Neuerung als Impuls immer vom Rand kommt. Nur da gibt es das Milieu, das ganz besondere Ideen befördert. Wie in der Botanik, man denke nur an den Lotus und seine besonderen Wachstumsbedingungen.

Dagegen hat im Mainstream die Anpassung ihren festen Platz, das wissen wir, und bietet drum den eher Ängstlichen ein Zuhause. Ein Beispiel: Wer von diesen hätte zeitgeschichtlich gesprochen noch vor Kurzem gedacht, dass ein angebissener Apfel das Zeug zum Logo für einen weltführenden Konzern haben könnte? Inzwischen ist Apple längst Kult und verspricht Statuszugewinn, ist also Mainstream geworden, weil global etabliert und überall käuflich.

Als professionelle Exzentrikerin positioniere ich mich deutlich am Rand etablierter Businesskulturen und wirke von dort aus inspirierend, um auf Trends aufmerksam zu machen und Neuerungen zu katalysieren, sei es in meinem Blog oder in meinen Büchern. Jedoch bin ich, das weiß man ja aus der systemischen Tradition, zugleich inhärenter Teil der Coaching-Branche – und ohne diesen Bezug in meiner Rolle und Bedeutung schlicht undenkbar.

Kreatives Aufbegehren
Meine Aufgabe als Inspiratorin sehe ich zurzeit vor allem darin, beherzt in die Birne zu beißen. Jetzt, da elitebewusste Massen auf Apple schwören, hat das Unternehmen den kreativen Zenit längst überschritten, auch wenn wirtschaftliche Zahlen das noch nicht erkennbar zeigen. Der Trend geht deutlich in Richtung Birne, also dorthin, wo das kreative Aufbegehren noch zu jeder Zeit seinen Anfang genommen hat, am Rand. Und das ist nicht der Platz von Apple.

Unter der strahlenden kalifornischen Sonne hat im Jahr 2010 ein Start-up mit einigen wenigen Leuten in einer fensterlosen Halle damit begonnen, die mobile Fotografie radikal neu zu definieren: Instagram erlaubt es den Userinnen und Usern, zu fotografieren und mit einfachsten Mitteln Bilder zu bearbeiten. Facebook hat den kleinen Randstarter bereits nach zwei Jahren am Markt für ein Vermögen aufgekauft.

Aufgekauft wurde auch die Huffington Post, gegründet von einer seinerzeit in Geldnot geratenen, alleinerziehenden Journalistin, die die schräge Idee hatte, aus der redaktionellen Arbeit anderer Kapital zu schlagen, indem sie in systematischer Weise auf diese verlinkte. Ihr Vorgehen war derart erfolgreich, dass es eine Lawine ausgelöst hat und ehemals führende Redaktionen wie die der New York Times längst das Fürchten lehrt.

Doch muss sich auch die Arbeit mit dem Neuen, das vom Rand kommt, erst einmal bewähren. Die HuffPost und Instagram wurden erst zur Kenntnis genommen, als die bahnbrechende Wirkung auf den Mainstream sich bereits deutlich abzuzeichnen begann, vor allem auch an wirtschaftlichen Parametern.

Ganzheitliche Beratungsansätze auf dem Vormarsch
Coaching mit DreamGuidance hat sich nach inzwischen fast 20 Jahren fest am Markt etabliert. Es liegen Bücher zur Methode vor, eine Forschungsstudie, zahllose Medienbeiträge und vor allem mehr als 40 Erfahrungsberichte*, in denen ehemalige Coachees – die meisten unter Echtnamen – ausführlich davon erzählen, wie DreamGuidance ihre Karriere beflügeln konnte.

Die entschiedene Gleichgültigkeit der Coaching-Magazin-Redaktion gegenüber einem innovativen Impuls wie DreamGuidance empfinde ich als bedauerlich. Vor allem aber ist sie mir strategisch gesprochen nicht nachvollziehbar. Dies vor allem vor dem Hintergrund einer Entwicklung, die zeigt, dass Beraterinnen und Berater aller Schulen verstärkt auf ganzheitliche Ansätze zugreifen. Vielfach wird dies in der Außendarstellung aus Gründen der Anpassung an etablierte Leitkulturen im Business allerdings (noch) nicht kommuniziert. Man fürchtet Umsatzeinbußen. Dieses Verhalten ist zwar verständlich, aber auch opportun. Es gaukelt vor, die ganzheitliche Avantgarde dümpele noch immer am Rande, wobei sie tatsächlich in vielen Teilen der Coaching-Branche bereits im Zentrum angekommen ist, wenn auch häufig undercover. Aus vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen ist mir dieser Umstand seit Jahren bekannt.

Fakt ist jedoch, dass sich mit DreamGuidance zumindest in einer neuen Wirtschaftskultur wie der der Medien und Kommunikation, auch explizit, sehr gutes Geld verdienen lässt. Man hat dort den wertschöpfenden Mehrwert der Methode längst erkannt, die über die kognitive auch die intuitive Intelligenz planmäßig zur Anwendung bringt.
Der Vorzug dieses ganzheitlichen Vorgehens liegt darin, damit nonlineare Lösungskonzepte für virtuelle Kulturen entwickeln zu können, wo die Parameter der klassischen Physik wie Länge, Höhe und Breite einfach nicht mehr greifen. Die Welt des Cyberspace ist an sich so „komisch“ (physikalisch gesprochen gibt es diesen gar nicht), dass man sich vor wirksamen Lösungs-Tools nicht fürchtet, auch wenn diese erst einmal gewöhnungsbedürftig erscheinen, weil neu und noch unbekannt.

Mut zu unkonventionellen Methoden
Gesang etwa hat das Zeug dazu, mit kleinen Mitteln große Wirkung zu erzeugen. Das japanische Zeichen** für Gesang entspricht genau dieser Bedeutung. Darum kann es sein, dass ich einem Klienten vortöne, wenn es angezeigt ist, um so eine kreative Blockade humorvoll zu lösen. Die Tradition, auf die diese Technik zurückgreift, kennt man im gesamten eurasischen Raum bereits seit Jahrtausenden. Es ist eine alte schamanische Praktik, denen vorbehalten, die sich etwas trauen. Ich habe diese Tradition lediglich für das Coaching adaptiert.

Dass ich mit Neuerungen, die auf älteste Möglichkeiten zugreifen, manche Zeitgenossen zu irritieren vermag, ist außer Frage. Diesen sei jedoch gesagt, dass der zeitlich überwiegende Teil meiner Coaching-Prozesse damit zugebracht wird, in Ruhe Dinge zu reflektieren, die von meinem professionell geschulten, analytischen Zugriff profitieren. Auch von meinem Biss und meiner beherzten Art, Dinge auf den Punkt zu bringen, wenn es an der Zeit ist. Dinge ans Licht zu bringen, wenn die Zeit dafür reif ist. Als mentale Hebamme, die ich bin, wovon die Coachees in meinem Weblog berichten. Da ist die Rede von einem geradezu unerschöpflichen Fundus an oft einfachen Möglichkeiten im Coaching, die DreamGuidance aufgreift und zielführend zur Anwendung bringt.

Es stünde dem Coaching-Magazin nach den hier vorgebrachten Ausführungen gut zu Gesicht, sich außerordentlichen Anregungen und (Er-)Neuerungsimpulsen der Coaching-Branche, die vom Rand ins Zentrum drängen, nicht weiter zu verschließen – auch mit Blick auf das Informationsbedürfnis seiner Zielgruppe.

Mit besten Grüßen

Birgitt Morrien

 


* Coaching-Blogger >Themen >Fallgeschichten
** in der japanischen Kanji-Schreibweise

 


Medientipps:

Bücher von Birgitt E. Morrien

Pressespiegel zu DreamGuidance

TV-Beiträge über Morriens Arbeit
 

Ankündigung: Voraussichtlich ab Mitte April wird nrwision im Rahmen der Themenwoche „Zukunft“ einen TV-Talk mit Birgitt Morrien ausstrahlen. Das junge Format „Bettgeschichten“, entwickelt von Journalistik-Professor Michael Steinbrecher mit Studierenden der TU Dortmund, lädt „spannende und manchmal prominente Gäste zu kleinen und großen Themen ein“. Verena Kauzleben moderierte die Sendung, die am 12.02.2014 in Dortmund aufgezeichnet wurde.  (Ab Mitte April in der nrwision-Mediathek verfügbar)

 

Zur Autorin:
Birgitt Elisabeth Morrien arbeitet seit 1995 in eigener Praxis COP – Coaching, Organisation & PR in Köln und berät vor allem sinnstiftende Medienkarrieren. Als Senior Coach ist sie Mitglied des Deutschen Bundesverbandes Coaching DBVC. Christopher Rauen, Vorstand des DBVC, ist zugleich Herausgeber des Coaching-Magazins.


 

2 Gedanken zu “Randnotiz: Coaching-Magazin zu konservativ für DreamGuidance

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