50 Fire Starter und die Dynamik der Befreiung: Die Karriere der ersten katholischen Bischöfin

Es braucht nur den gebündelten Willen der 50 Premiumverteiler, der ProphetInnen im Netz, um ein System zu stoppen, das weibliche Karrieren systematisch verhindert. Das sozial-digitale Schneeballsystem übernimmt dann den Rest. Die Geschichte einer Emanzipation von überlebten Strukturen am Beispiel der Katharina Steinberg, erste Bischöfin an der Kathedrale zu Köln.

Die Karriereberatung – nicht nur des zukünftigen weiblichen Klerus – lebt von der klaren Vision des Kommenden, um alle Konzentration und Kraft jetzt wirksam darauf auszurichten. Daher scheint es Senior Coach Birgitt Morrien dringlich, bereits jetzt über ein erst in 2026 auszustrahlendes Interview zu informieren:

Exklusivbericht der Bischöfin im Coaching-Blogger im Rückblick aus der kommenden Dekade:

Wider jede Vernunft entschied ich mich zu Beginn des neuen Jahrhunderts, alle Karten auf eine Karriere als Bischöfin zu setzen. Physik hätte mir sicher auch gelegen, doch meine Perspektive bewog mich dazu, nach einem eher mäßigen Abitur Theologie zu studieren.

Seit meiner Kindheit war mir dieser Weg vorgegeben. So blieb mir keine Wahl, als die, mich konsequent in dessen Dienst zu stellen. Das weitreichende Vorhaben fand seine Sicherheit zunächst nur in einer starken Vision, die jedoch allen faktischen Gegebenheiten widersprach.

Mein Ansinnen galt ja vor zwanzig Jahren noch als geradezu widersinnig: Eine Frau als katholische Priesterin war undenkbar, geschweige denn als Bischöfin. Mein Ziel gab mir gewissermaßen eine Antwort, zu der mir nur noch die dorthin führenden Fragen fehlten.

Für die Aufgabenstellung ermutigend waren mir die Erkenntnisse der neueren Physik mit ihrer Gewissheit möglicher Quantensprünge. Wie im Märchen war hier offenbar Unmögliches möglich. Etwas konnte hier und zugleich da sein.

Unverrückbar blieb auch mein blindes Vertrauen darin, meine Vision werde sich erfüllen. Genährt durch die Geschichten der alten Heiligen, die sahen, was unsichtbar war, und so wussten, was man nicht wissen konnte. So wusste auch ich!

 

Antidiskriminierung – ein Fremdwort in Rom?

Der entscheidende Augenblick für mein weiteres Handeln ereignete sich im Herbst 2006, als ich auf einer Fachtagung eher beiläufig erfuhr, die Regierungsumsetzung einer europäischen Gesetzesvorgabe zur Antidiskriminierung sei inzwischen auch in Deutschland erfolgt, öffentlich fast unbeachtet.

Obschon ich davon schon früher gehört hatte, war ich plötzlich wie elektrisiert: Augen­blicklich erkannte ich darin das lichte Schwert, das die längst maroden Mauern zum Aller­heiligsten für alle Gläubigen gleichermaßen freilegen würde.

Der Schlüssel zur geistlichen Würde rückte plötzlich greifbar nah: Die Kirche würde sich den kategorischen Ausschluss der halben Menschheit aus allen ihren attraktiven Ämtern nicht länger leisten können, jedenfalls nicht moralisch.

Rein juristisch jedoch endete auch diese neue Gerechtigkeit vor den Toren der römisch-katholischen Kirche. Ihr Selbstbestimmungsrecht ließ die tradierte Ungeheuerlichkeit einer institutionalisierten Diskriminierung von Frauen unangetastet.

 

Mit medialer Unterstützung zur ersten Päpstin

Es kam, wie ich es erwartet hatte, unverhofft: Die Spiritualisierung der Gesellschaft nahm in den 10ern verstärkt zu. Diesen Markt bedienten zunehmend große Medienproduktionen mit spannenden Filmen, was sich schon 2005 mit „Da Vinci Code“ angekündigt hatte.

Der Trend setzte ein, die klerikale Frauenfrage als eine der letzten gesellschaftlichen Tabus aufzubauen und entsprechend medial weiter auszuschlachten. Mit dem Kassenschlager „Das wahre Ende der Inquisition“ erhielt Rom 2015 seine erste anerkannte katholische Päpstin.

Dem Kassenschlager folgte eine Kampagne, die als gigantische Klagewelle unterschied­lichster Menschenrechtsorganisationen in Erscheinung trat. Rom wurde aufgefordert, seine Diskriminierungspraxis zu beenden. Das antikatholische Klima nahm sprunghaft zu.

Die Stimmung gegen die Katholische Kirche fand ihren bisherigen Höhepunkt 2020 vor dem Vatikan mit der ersten europaweit organisierten Massendemonstration „Pro Päpstin!“. Und erst danach begann Rom, die längst überfällige innerkirchliche Reform einzuleiten.

Es war also das Vermögen glücklicher Umstände, dem es zu danken ist, dass die ungeheuer­liche Diskriminierung der weiblichen Menschheit durch die Katholische Kirche schließlich wie im zeitgeschichtlichen Handumdrehen aufgehoben werden konnte.

Wie wir alle wissen, konkurrieren seither beide Geschlechter um die Positionen unseres Kirchenkonzerns. Trotz alter Seilschaften ist es mir gelungen, mit dem Kölner Bischofsamt mein Lebensziel zu erreichen. Zu weitergehenden römischen Würden fehlt mir die Vision.

Mir ist allerdings eine Kardinälin in spe bekannt, von dieser Aussicht ganz beseelt, die meine volle Unterstützung genießt. Mit ihr wäre sicher auch ein interessantes Interview zu führen. Sie böte hierzu womöglich eine interessante Fortsetzung mit eher päpstlicher Note.

Schließlich sollte es mich nicht wundern, wenn Vater Kirche uns zunehmend freudig in seine Arme schließen würde, verlorenen Töchtern gleich. Wobei wir jedoch, im Unterschied zum verlorenen Sohn, das elterliche Haus nie freiwillig verlassen hatten.

Als Mütter Gottes landeten wir in den Seitenschiffen der Kirchen. Stumm dienten wir dort im Halbdunkel, steinerne Relikte unserer vergessenen Macht. Mit dem Kleinen im Arm hatten wir Teil an uns fremder Herrlichkeit. Als Töchter wurden wir verbannt und verloren alles:

Unsere Heimat, unsere Erinnerung und unser Selbstwertgefühl. So gegenüber uns selbst und allen anderen in Vergessenheit geraten, brauchte es lange, bis sich in Einzelnen die Würde unserer heilen Existenzen wiederfand. Ganz gegenwärtig / allen sichtbar.

Bischöfin bin ich geworden, allen Frauen und Männern zur Erinnerung. Die Balance wieder­herzustellen, die alle Bereiche betrifft und in allen verloren war. Neues zu beginnen, ist mein Ansinnen, Ausgewogenheit zu schaffen, meine Aufgabe, alt.

 

Dankende Anmerkung:

Für ihre kompetente Unterstützung bei ihrer juristischen Recherche zum Allgemeinen Gleichbehand­lungsgesetz dankt Birgitt Morrien der Kölner Fachanwältin für Familienrecht, Michaela Verweyen.

Hilfreiche Hinweise zum kanonischen Recht erhielt Morrien von Bernd Heinen, Bibliotheksleiter der Katholischen Fachhochschule Köln.

In gute Text-Stimmung brachte sie die zufällige Entdeckung der „Bibel in gerechter Sprache“, die in neuer Weise die Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt wie auch die Gleichgewichtigkeit des christlich-jüdischen Dialoges. (Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2006)

Medienarbeit, für Morrien zentral als Online-PR, brachte ihr ein Fachvortrag näher: Wie Corporate News intelligent verbreitet werden können, dazu erhilet sie interessante Anregungen von Sandra Liebich, Costumer Relations bei news aktuell in Hamburg.

Warum das hier wichtig ist?

Jede noch so kleine Spur kann unverhoffte Wege eröffnen und Wirkungen zeitigen. Mystiker/innen wissen von solchen Dingen kraft ihres Glaubens, Physiker/innen aufgrund modernster Messtechnik.

Jetzt erwartet dieses Wissen Manager/innen und Medienschaffende mit offenen Armen. Der große Geist kennt keine Vorbehalte: Alle sind willkommen!

 

Mehr Karriere-Storys:

Erfahrungsberichte: 37 Klientinnen und Klienten berichten über ihre Erfahrungen im Perspektiven-Coaching bei Birgitt Morrien. Ihr neues Buch "Coaching mit DreamGuidance. Wie berufliche Visionen Wirklichkeit werden" erscheint im Herbst 2012 bei Kösel / Random House und wird diese Texte in Auszügen berücksichtigen.

Finanzielle Coaching-Förderung

Erstveröffentlichung im Coaching-Blogger am 17.11.2006

 

KOMMENTAR

Sehr geehrte Frau Morrien,

da ich als katholischer Theologe nicht namentlich in der Kommentarspalte Ihrer Homepage erscheinen möchte, nutze ich nun diesen Weg.

Leider berücksichtigt Ihr interessantes Interview mit der ersten deutschen Bischöfin nicht die lehramtliche Logik des gegenwärtigen römischen Wahrheitsverständnisses: Seit Ende der 90er Jahre scheint „Wahrheit“ nahezu ausschließlich als „Offenbarung“ verstanden zu werden, nicht jedoch als Entwicklungs- oder Erkenntnisprozess (wie dies noch zu Zeiten des II. Vatikanischen Konzils möglich war). Ganz sicher aber ist sie im Rahmen dieser Logik keine Größe, die durch medialen Druck oder Mehrheitsentscheide veränderbar wäre. Deshalb geht Ihr Blog in dieser Hinsicht am Wahrheitsbegriff der Kirche vorbei und manifestiert so nur einmal mehr die „U-topie“ der beschriebenen Vision.

Der Umgang mit dem Theologenmemorandum und der Papstbesuch des vergangenen Jahres sprachen Bände: Lieber „gesund schrumpfen“ auf den „heiligen Rest Rechtgläubiger“ und damit sogar dem konziliaren Grundsatz der „Zeitgenoss/innenschaft“ untreu werden als Veränderungen Raum zu geben – und sei es „nur“ als Bereitschaft zur redlichen Debatte.

Insofern sensibilisiert Ihr Blog-Eintrag dankenswerterweise(!) für den himmelschreienden Umgang der katholischen Kirche mit weiblichen Karrieren. Doch der Kern des Problems liegt meines Erachtens in einer längst überfälligen Korrektur des katholischen „Offenbarungsverständnisses“. Wenn sie geschähe, könnte Vieles als Ideologie entlarvt werden: die katholische Sexualmoral (nicht nur) in Sachen Homosexualität, der Umgang mit Wiederverheiratet-Geschiedenen und natürlich auch die Frage nach dem Priestertum von Frauen.

Dennoch: Danke für den Beitrag!

Mit freundlichen Grüßen

Richard Wahlmut*

 


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