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Die Energie in jedem Dilemma – Zwischen Programmieren und Filmproduktion, Coaching-Feedback von Medienprofis

Wie ein vielseitiger Medienmacher im Spannungsfelds der Gegensätze den Schlüssel zum Gelingen findet. Aufgerieben zwischen der Verlockung gut bezahlter Programmierjobs und dem Wunsch, sich stärker der Filmkunst zu widmen, entwickelt er im Coaching mit DreamGuidance die Lösung:

Starke Gefühle sind es, die es ihm dort ermöglichen,  mutig seine Sicht auf neue Ziele freizulegen.  Kraft dieser Klarheit geht er seitdem begeistert und mit Disziplin seinen ganz eigenen Weg zum Erfolg.  

Coachee-Fotoportraits

 

Jochen Metzdorf*:

Der Coaching-Branche gegenüber eher skeptisch

Ich bin absolut kein Freund von Karriereratgebern, Coaching-Seminaren und Selbstanalysekonzepten, mit denen in den letzten Jahren der Markt überschwemmt wird. Bei allem, was mir im Laufe der Zeit davon so unterkam, konnte ich mich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass sich hinter klangvollen Namen halbgare Analyseansätze verbergen, die als Königsweg zur zweiten Karriere verkauft werden, womit sich in der heutigen Berufswelt anscheinend gut Kasse machen lässt.

Und dennoch habe ich mich vor circa drei Jahren nach kompetentem Rat umgesehen. Mit der Suche nach dem „Königsweg“ hatte das allerdings nichts zu tun.

Auf das DreamGuidance-Konzept bin ich über Internetrecherche gestoßen. Dafür entschieden habe ich mich aufgrund eines Erfahrungsberichtes aus der Wochenzeitung Die ZEIT, der auf der Website von DreamGuidance zu finden war.

Vorteil und Dilemma in einem

Als Freiberufler – besonders in der Medienbranche – macht man schnell die Erfahrung, dass an mehreren Fronten gleichzeitig gekämpft wird. Ein einziges Standbein zum finanziellen Überleben genügt nicht. Mein Spektrum reicht beispielsweise von der Konzeption und der Umsetzung von Internetauftritten bis hin zur kreativen Realisation von Film- und Videoproduktionen. Daneben gebe ich Kurse für Medienschaffende und schreibe Fachartikel für Video- und Multimediamagazine.

Mein beruflicher Vorteil stellt bis dato gleichzeitig mein Dilemma dar: Etwas ungewöhnlich für ein „Kind des World Wide Web“ verfüge ich über Wissen in Programmiersprachen und kreativer digitaler Bildbearbeitung zugleich. Allerdings stellt mich das doch sehr trockene Programmieren nicht zufrieden. Dagegen fasziniert mich alles, was mit visuellem Arbeiten zu tun hat: angefangen von grafischer Layouterstellung für Websites bis hin zu digitalem Videoschnitt.

Diese Zweigleisigkeit hat bei mir Tradition: Schon über die letzten Studienjahre arbeitete ich auf einen Abschluss im eher technisch-formalen Fach hin und brachte meine Laune durch Arbeit für die Filmproduktion eines meiner Dozenten auf Vordermann.

Programmierjobs waren schon immer leicht zu haben und höher dotiert. An kreative Jobs kommen eher akademisch ausgebildete Grafiker oder Videokünstler. Ich umso weniger, sobald Auftraggebern klar wurde, dass ich über die viel stärker gesuchten Programmierkenntnisse verfüge.

Es bringt wenig, die Dinge im Nachhinein zu verurteilen. Dennoch müsste ich lügen, zu sagen, dass ich rückblickend souverän über allem stünde.

Konzessionen statt klarer Schnitt

Heute sage ich: Die Umstände wären einfach reif für einen klaren Schnitt gewesen. Stattdessen habe ich den Kompromiss gesucht: Ich habe versucht, die Filmerei in meine Jobs zu integrieren, habe Fachartikel über Film- und Videoproduktionen geschrieben oder Kurse gegeben. Bei derlei „Kompromissen“ gab es allerdings meist eher die technische Seite der Videoproduktion zu behandeln, weniger das, was mich eigentlich fasziniert, nämlich Drehbuchentwicklung, Dramaturgie, Regie.

Das, was Hauptsache hätte sein sollen, geriet zur Nebensache. Der Wunsch, wieder Filme zu machen, geriet im hektischen Alltag der Web- und Werbeagenturen immer wieder ins Hintertreffen. Und aus heutiger Sicht hätte ich die Zeit, als die Internetfirmen, für die ich gearbeitet habe, eine nach der anderen Bankrott gingen, wohl besser zur Umorientierung genutzt. Stattdessen bin ich einfach weitergetingelt, von Projektvertrag zu Projektvertrag.))

Viele gute Gründe

Ein Grund dafür, dass ich meinen Wunsch, wieder Filme zu machen, nicht schneller umgesetzt habe, liegt vor allem darin, dass ich mit meiner Arbeit in der Multimedia- und Internetbranche Erfolg habe. Die meisten Kunden sind mit meiner Arbeit sehr zufrieden und empfehlen mich weiter. Das finanzielle Auskommen ist meist sehr gut. Dazu gehört ein beruflicher Alltag, der sehr planungs- und zeitintensiv ist. Ich habe schnell gemerkt, dass für meine beruflichen Veränderungswünsche eine ganze Reihe von Faktoren entschieden werden müssen, für deren Bewertung im täglichen Auf und Ab der Blick verloren geht.

Ganz allgemein kommt noch hinzu, dass es in meinem Familien- und Bekanntenkreis niemanden gibt, der mir das Selbstständigendasein vorgelebt hätte. Dass solche Arbeit erheblich mehr Planung und Eigeninitiative erfordert als so manches Festangestelltenverhältnis und man sich eben nicht von Job zu Job treiben lassen kann – auch nicht bei vollen Auftragsbüchern –, musste ich erst lernen. Ein vierter Grund ist der Börsencrash und damit der Auftragseinbruch in der Internetbranche um das Jahr 2001. Einmal abgesehen davon, dass der Wunsch nach Verlagerung meines beruflichen Schwerpunkts hin zum Film immer im Raum stand, bin ich allerdings stolz darauf, mich seit mehr als zehn Jahren in meinem Selbstständigendasein behauptet zu haben – gerade vor dem Hintergrund der beiden letztgenannten Punkte.

Ironischerweise war mein Einstieg in die Internetbranche vor zehn Jahren auch eine willkommene Fluchtmöglichkeit, weg von der Filmproduktion meines ersten Chefs, denn allzu chaotisch und inkompetent ging die Geschäftsführung vonstatten. Wenn man vom Zahnarzt kommt, beschönigt man vieles. Hauptsache, es tut nicht mehr weh. Eine Zeit lang habe ich die Internetbranche genauso beschönigt. Vom Film wollte ich erst mal nichts mehr wissen.

Als letzter Grund fiel mein Privatleben ins Gewicht: Mein damaliger Wohnort gehört nicht gerade zum Mekka der Filmbranche, und wegen meiner damaligen Beziehung wollte ich nicht sofort wieder umziehen nach Köln, Hamburg oder München.

Ich stelle mir vor, dass einige der Analyseansätze von DreamGuidance auch anderen Coaching-Konzepten nicht fremd sind, so zum Beispiel die Analyse des Umfeldes, der Gründe für die Karrierewahl sowie Planung und Umsetzungsstrategie für einen Karrierewechsel.

Am DreamGuidance-Coaching hat mir gefallen, dass jede „Sitzung“ schriftlich zusammengefasst werden sollte, folgend einem Motto oder einer Überschrift, die nach jeder Sitzung gefunden wurden.

Durch Aufschreiben wird schnell klar, dass man einige Dinge zu sehr beschönigt oder andere zu negativ bewertet. Man betrachtet alles mit mehr Abstand. Aber auch dies ist vielleicht nicht untypisch für andere Coaching-Methoden.

Was das Besondere am DreamGuidance-Ansatz ausmacht, ist sicher die Erkenntnis, dass der Wunsch, mit dem eigenen Leben etwas Neues anzufangen, vor allem eine emotionale Entscheidung ist. Keine rationale. Deshalb ziehen meines Erachtens die meisten Ratgeber und Seminare so wenig konkrete Konsequenzen nach sich: Sie stellen nüchterne Konzepte und Analysen vor, die in rationaler Hinsicht zwar schlüssig sein mögen.

Veränderung braucht Leidenschaft

Aber solange dieses Wissen nicht emotional verinnerlicht ist, wirkt es wie Schall und Rauch: einmal gehört, ist es auch schnell wieder vergessen. Zudem zerreiben sich gute Hinweise und Vorsätze allzu schnell in Hektik und Gewohnheiten des Berufsalltags.

DreamGuidance setzt daher eigene Schwerpunkte. Die Bestandsaufnahme der beruflichen Situation ergeht sich nicht allein im Hinterfragen fachlicher Kompetenzen oder des bisherigen Karrierewegs. Vielmehr werden alle Lebensphasen durchlaufen – von früher Kindheit bis hin zum Erwachsenenalter. Beispielsweise wird hier hinterfragt, was einen an Lieblingsmärchen fasziniert.

Der rote Faden durch die Lebensphasen wird in einer der letzten Sitzungen in einer entspannten „meditativen“ Atmosphäre gefunden. Vom Kindheitsalter bis hin zum aktuellen Alter sollen die Bilder gemalt werden, die spontan in den Sinn kommen. DreamGuidance macht in der Gegenwart nicht halt, sondern bittet, diese Bilder weiter in die Zukunft zu projizieren: Auch für kommende Lebensabschnitte sollen Bilder gezeichnet werden. So entspinnt sich die Vision eines Lebensplanes, der von unmittelbaren beruflichen Zwängen zunächst einmal unbeeinflusst ist.

So abgedroschen die Parole von „emotional verinnerlicht“ auch klingen mag – der entscheidende Faktor, sich in jedweder Hinsicht zu verändern, ist dies: Man muss es wünschen, nicht nur planen, die Aussicht auf eine selbstbestimmte Zukunft muss faszinieren. Deshalb bleibt – zumindest in meinem Fall – auch der kuriose Eindruck, das alles ohnehin schon gewusst zu haben.

Gerade beim Film ist der Weg zäh und schwierig. Es gibt reihenweise Rückschläge, die frustrieren können. Beim Film muss man wirklich auch arbeiten wollen – daher ist es gerade hier so wichtig, sein Ziel klar vor Augen zu haben und es leidenschaftlich erreichen zu wollen.

In der konkreten Planung dieser Ziele gibt DreamGuidance Tipps zum Erreichen einzelner Etappen in einigen Monaten beziehungsweise Jahren und erarbeitet die optimale Ausnutzung schon bestehender Umstände und Ressourcen. In meinem konkreten Fall konnte mir sogar mit Kontakten aus der Medienbranche weitergeholfen werden.

Ein sehr nützlicher Tipp zur Verwirklichung der Karriereträume ist, einen „Hackenbeißer“ einzuspannen. Also zum Beispiel einen Freund, der mit Zielen und Planung vertraut gemacht wird und kontrollieren soll, ob diese auch eingehalten werden – im hektischen Selbstständigenalltag ist eine solche Instanz sehr wichtig.

DreamGuidance ist keine Wunderpille. Die Mühe, das Erarbeitete umzusetzen, bleibt die gleiche – ob mit oder ohne Coaching.

Netzwerken und Filmpläne realisieren 

In der Zeit nach der Beratung ist mir tatsächlich auch wenig zugeflogen. Die wirtschaftliche Lage machte den Wiedereinstieg in die Filmbranche extrem schwer: Budgets für Produktionen waren knapp. Circa anderthalb Jahre lang habe ich daran gearbeitet, mir ein Netzwerk aufzubauen, habe eine Menge Leute kennengelernt und dennoch keinerlei Erfolg gehabt, einmal (bezahlt) bei irgendeiner Produktion mitarbeiten zu können.

Der radikale Schnitt zu meiner vorigen beruflichen Existenz blieb in meinem Fall also aus. Dennoch habe ich in der Folgezeit viel Filmerisches auf eigene Faust gemacht.

 

Mit einem Freund aus dem Theaterbereich habe ich das Internetportal plot.net* ins Leben gerufen und eine Datenbank für Filmschaffende aufgebaut. Wir haben Kurzfilme gedreht, weil es einfach Spaß gemacht hat, und dabei wiederum auf unseren Online-Bestand an Crew-Mitgliedern zurückgegriffen. Wir haben an diversen Filmfestivals teilgenommen. Und irgendwann haben wir dann doch Aufträge für Kamera, Schnitt und schließlich auch Regie erhalten.

 

Postskriptum: 3 Jahre später

Ich besitze mittlerweile eingehende Erfahrung bei der Kalkulation eines Filmprojektes und kann eine Crew zusammenstellen.

So oft ich reine Webprogrammierung auch noch machen muss, ich sehe sie als finanzielle Unterfütterung meiner Filmpläne. In absehbarer Zeit wird das Filmemachen sich finanziell tragen.

Ich bereue es heute nicht, letztlich alles genau so angepackt zu haben. Die Arbeit an einem Filmstoryboard, dem Drehbuch, der Umgang mit Kamera, die gesamte Realisation bis hin zum Schnitt, die Arbeit mit Schauspielern – der ganze Enthusiasmus einer gut zusammengewürfelten Crew – erfüllen mich mit tiefer Zufriedenheit und das merken auch Freunde und Kollegen.

Was Coaching-Konzepte angeht, so ist der Markt sicher nicht rar an Anbietern, die einem gerne eine Folgesitzung nach der anderen verschreiben, mit dem Hinweis auf weiteren Analysebedarf oder Ähnliches.

Beim DreamGuidance-Coaching fliegt man nach zehn, elf Sitzungen raus. Und das ist gut so. Machen muss man selber. 

 

Der Autor

Jochen Metzdorf ist seit mehr als zehn Jahren im Spannungsfeld von der Konzeption von Internetauftritten, Multimediaprojekten und Film-/Videoproduktionen tätig. Seine Erfolge feiert er als Kreativer (Preisträger beim Luxemburger Nachwuchsfilmfestival „Concours National du Film et Vidéo“, Preisträger beim Online-Literatur-Wettbewerb „Pegasus ’98“ von der ZEIT und IBM), gleichzeitig erstreckt sich sein fachliches Spektrum bis in den eher technischen Bereich der Website-Programmierung und Konzeption von Content-Management-Systemen. Als Anbieter von Seminaren und Verfasser von Artikeln hat er sich in der Branche etabliert. 

 

Jochen Metzdorf** ist der Betreiber von plot.net*, einer Online-Plattform zur Vermittlung von Jobs für Filmautoren.

Hinweis: Im kommenden Jahr erscheinen 34 Klientenfeedbacks im Kösel-Verlag. Diese sind bereits online 
veröffentlicht. 

 

 

*  anonymisiert
**anonymisiert

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