Mutige Männer wie Mozart zu coachen… Morriens Traum

„Das Wesen des Besonderen ist die Differenz“, twitterte Senior Coach Birgitt Morrien jüngst. In ihrer Kolumne  „Der Mozart in uns allen“, die im Magazin des Kölner Stadtanzeiger erschien, provoziert und polarisiert die geborene Münsterländerin auf Gemütlichkeit gebürstete Geister.

"Erst hohe Ziele in Verbindung mit tiefer Überzeugung setzen die Kraft frei, um den langen Weg zum Erfolg zu überwinden", zitiert das Magazin Kommunikations-Wissenschaftlerin Morrien, die mit DreamGuidance eine spezielle Coaching-Methode entwickelt hat.

 

 

Der Mozart in uns allen

Wir alle wollen wie Mozart sein. Aber wer mag Wolfgang? Seine Musik erscheint vielen Zeitgenossen einfach unerhört, weil bis dahin geltende Regeln sprengend. Die Oper „Figaro“ lassen die Wiener bei der Erstaufführung einfach floppen. Aber Wolfgang bleibt unbeirrbar. Er verzichtet auf den schnellen Erfolg zugunsten seiner inneren Stimme.

Wer den Mozart in sich verwirklichen will, braucht dazu auch den Wolfgang jenseits des Mythos. Denn der große Name ist nur die Karosserie, Wolfgang aber der lebendige Motor. Doch unter der Haube, dort, wo wir unserem Leben so richtig Dampf machen können, ist es oft dreckig, dunkel und laut. Wer das will, braucht Mut!

In jedem von uns steckt ein Wolfgang, der irgendwas Besonders gerne und daher meist auch gut macht und damit raus in die Welt möchte: etwa wertschätzend zuhören und so andere fördern, vielseitig kochen, schnell rudern, zur Freude anderer singen oder unterhaltsam schreiben. Wir selbst entscheiden, ob wir uns trauen, unsere Gaben zu entdecken, anzuerkennen und schließlich auch ganz praktisch anzunehmen.

Vielleicht befürchten wir, uns lächerlich zu machen, wenn wir es wagen, unseren Gaben in unserem Leben in neuer Weise Raum zu geben. Denn es braucht Mut, wenn eine Frau zugunsten eines Lebenstraums mit 40 ihre sichere Stelle aufgibt, um Psychologie zu studieren, nachdem sie dies begriffen hat: Große Ohren und ein großes Herz, gepaart mit Lebenserfahrung und Beratungsgabe, wirken auf Mann und Freunde seit jeher zugleich heilsam und wertschöpfend. Warum sich also darin nicht professionalisieren und dafür gut bezahlen lassen?

Es braucht Mut, wenn eine Abiturientin erst einmal ihre sieben Sachen packt und zu einer Jahresreise aufbricht statt gleich zu studieren, um die Welt und sich selbst darin neu zu entdecken. Es braucht Mut, wenn ein erfolgreicher Chefredakteur sich mit 30 dazu entschließt, seinen Traum vom selbstständigen Koch doch noch wahrzumachen. Alle drei handeln gängigen Erwartungen zuwider.

Wer jedoch solche Risiken nicht eingehen will, kann große Ziele gleich von der Agenda streichen. Denn große Erfolge sind nur Folge: Wolfgang hat einfach sein Bestes gegeben, den Mozart hat ihm der Himmel dazugeschenkt.

Da ich das weiß, arbeite ich mit Erfolgswilligen zunächst daran, herauszuarbeiten, wer sie jenseits aller Fremderwartungen wirklich sind und was zu tun sie glücklich macht. Es geht darum, berufliche Zielsetzungen zu bestimmen, die unseren Neigungen und unserem Vermögen weitestgehend entsprechen.

So gelingt es, hohe Ziele mit tiefster Überzeugung zu verbinden und damit jene Beharrlichkeit und Kraft freizusetzen, die es braucht, um auch Durststrecken auf dem oft langen Weg zum Erfolg an Leib und Seele heil zu überwinden. Eine anspruchsvolle Sache, meine Mozart-Methode, die nur abholen kann, wer dafür bereit ist.

 

Hinweise:

* Seinen Beitrag über Mozart schließt Nikolaus Harnoncourt in einem NZZ-Beitrag so: „Mozart zwingt uns, in seelische  Abgründe zu schauen und kurz darauf in den Himmel; vielleicht ein Griffel in der Hand Gottes.“  (NZZ 23/2006)

Diese Formulierung hat Morrien berührt und zu ihrer Kolumne angeregt.       

** Der Wiener Misserfolg von „Le nozze di Figaro“ 

*** Von den letzten Dingen – das „Lacrimosa“ aus Mozarts Requiem. Im Autographen zeigt sich übrigens, dass der tödlich erkrankte Komponist nur noch die Kraft zur Skizze hatte für die Violinen und die Bratschen. Die Choristen und den Bass konnte er nicht mehr aufs Papier bringen.

 

Lesetipp: 

Zahlreiche ehemalige Klienten berichten über ihre Erfahrungen im Coaching mit DreamGuidance bei Birgitt Morrien im Coaching-Blogger unter Thema "Fallgeschichten". Aktuell sind dort 34 Coaching-Storys veröffentlicht, die im kommenden Jahr im Kösel Verlag auch als Buch erscheinen sollen.

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