Karriere mit Sinn: Aus Überzeugung federleicht erfolgreich. Coaching-Stories, Teil 1b aktualisiert

Wie eine Spinne als Sparringspartnerin die Vernetzungsvorhaben einer norddeutschen Autorin so beflügelt, dass ihre Karriere davon spürbar profitiert. Und was außerdem im Coaching möglich ist, um schlummernde Potenziale zu wecken und diese strategisch klug nutzbar zu machen für erfolgreiche berufliche Weichenstellungen. -

Dieser Beratungsfall ist bereits von Iris Hammelmann selbst beschrieben und in meinem Weblog „Coaching-Blogger“ am 11.05.2007 veröffentlicht worden. Jedoch bin ich kürzlich von der Formatentwicklerin eines gemeinsamen TV-Vorhabens gebeten worden, auf der Grundlage meiner Beratungsmethode drei Prozessverläufe aus Coach-Sicht zu schildern, die ihr eine Übersicht der von mir häufig angewandten Techniken verschaffen.

Der erste Fall dieser kleinen 3er-Reihe ist bereits im Oktober 2008 in diesem Weblog erschienen unter dem Titel: "Besser als Gold: Lebensfreude gewinnt - Vertrauen fassen, die Mühe loslassen & dem Glingen zusehen." Wie ein junger Agenturleiter widrige Lebensumstände im Coaching so wenden konnte, dass ihm diese zur Startbahn für die Karriere wurden, darüber berichtet der Kölner Markentkommunikator Christopher Peterka.

Der dritte Fall erscheint erscheint demnächst und schildert den Fall eines jungen
Chefredakteurs, der sich einen Kindheitstraum erfüllte, Förster wurde – und zufriedener.

 


Coachee: Iris Hammelmann
Coach & Autorin: Birgitt Morrien

Die norddeutsche Autorin Iris Hammelmann bucht ein Coaching bei mir, da sie mehr will als das, was sie schon ist und hat. Sie arbeitet als freie Journalistin und Buchautorin, kommt ganz gut zurecht. „Etwas fehlte". Mir war, als würde noch mehr in mir stecken. Das Gefühl wuchs, da müsse es noch was geben, das mir eine tiefere Befriedigung geben könnte. Aber irgendetwas stand der vollen Entfaltung meines Potenzials immer im Weg.“

Sie hat von mir irgendwo in der Presse gelesen. Ruft mich daraufhin an. Möchte an einem Perspektivenseminar teilnehmen, das leider ausgebucht ist. Wir verständigen uns auf ein Einzelcoaching, das sie sich öffentlich fördern lassen kann.

In der ersten Sitzung in meiner Beratungspraxis formulieren wir zunächst ihre Anliegen bzw. vereinbaren unsere Arbeitsziele:

  1. Klarheit darüber, was sie beruflich wirklich begeistert.
  2. Mehr wirtschaftliche Kontinuität und Sicherheit.
  3. Tun, was Sinn hat, und damit glücklich sein.

Wir beginnen den Coachingprozess dann mit einem Blick zurück in ihre Familiengeschichte. Das Berufsgenogramm* (Stammbaum) zeigt, dass es erfolgreiche Selbstständige in Hammelmanns Familie bereits gab, die sich als Modell und zur Ermutigung für neue Schritte eignen.

Dann schließt sich die Übung Ahnenstellen an. Grund: An einem Punkt angelangt, wo sie unzufrieden sind, brauchen Suchende Unterstützung. Möglichst vorbehaltlos und wenig von Interessen eingefärbt. Da unsere Eltern meist wohlmeinend dennoch schon mal eigene Wünsche auf uns projizieren, hier also statt deren Ratschläge der Rückgriff auf einen bzw. die Einladung eines Ahnen.

Dafür wird ein DIN-A1-Bogen Papier ausgelegt. Das ist das Energiefeld, in dem der Ahne / die Ahnin während der Übung seinen / ihren Platz findet. Geladen werden in dieser Übung grundsätzlich nur solche Ahnen, die sich selbst zu ihrer Lebzeit umfassend verwirklichen konnten und ihr Lebensglück gefunden hatten.

Hammelmann ist etwas irritiert. Aber fest entschlossen bekunde ich, der Gast sei schon da, und bitte sie, sich selbst in das Energiefeld des Ahnen zu stellen. Das tut sie – etwas belustigt, aber offen für ein Experiment – und ich frage sie dann, ob sie Mann oder Frau ist, aus welcher Zeit sie kommt, wie sie heißt etc.

Meine Klientin in der neuen Rolle wundert sich darüber, wie ihr gleich ein Name für den Gast einfällt, der zudem genau weiß, was ihr fehlt. In diesem Fall taucht (beispielsweise) Katharina auf, die ihrer Nachfahrin (auf mein gezieltes Nachfragen hin) stärkende Zusprüche gewährt, indem sie ihre Zuneigung für meine Klientin artikuliert und ihr Zutrauen in deren Fähigkeiten bekundet.

Ich schreibe die einzelnen unterstützenden Sätze mit, die Hammelmann anschließend (nachdem wir Katharina verabschiedet haben) in „Ich-Aussagen“ umformuliert, die ihre neuen Lebens-Grundsätze darstellen. Zum Beispiel steht da nun:

-         Ich traue mir zu, meine eigenen Entscheidungen zu treffen.

-         Ich folge meiner Intuition.

-         Ich darf Fehler machen und daraus lernen.

Ihre zehn neuen Lebens-Grundsätze trägt sie mir einmal laut vor und soll das künftig auch für sich dreimal täglich wiederholen. Grund: Was wir oft genug hören, glauben wir schließlich wirklich.

Dieses Sanskrit-Wissen nutzen alle Religionen, aber auch das moderne Marketing: 1. (Dem neuen) Gedanken (folgt die) 2. Handlung (wird uns zur) 3. Gewohnheit (wird uns zum) 4. Charakter (= und dieser bestimmt unseren Weg!).

Dann folgt in der nächsten Sitzung die P/Review, also die mentale Zeitreise bzw. der gelenkte Tagtraum. Nachdem sie sich auf die Praxiscouch gelegt hat, leite ich sie dabei an, sich auf den Weg ins eigene hohe Alter zu machen, von wo aus sich die Alte an die kostbarsten Augenblicke ihres Lebens erinnert. Das dauert in der Regel 30–40 Minuten Wachzeit.

Anschließend dokumentiert Hammelmann die gesammelten Erinnerungen kreativ auf einer Zeitschiene, die wir dann gemeinsam reflektieren. Unser Fokus richtet sich dabei besonders auf den für sie als Nächstes bevorstehenden Zeitabschnitt. Für die kommenden fünf Jahre hat sie eine Feder gezeichnet, die sie während der Reise gesehen hat. Es stimmte sie glücklich, diese Feder durch den Wind eines milden Herbsttages an sich vorbeiwehen zu sehen.

Und unsere Reflexion des Motivs führt uns direkt zu dem tiefliegenden Bedürfnis, die Dinge des Lebens zukünftig leichter nehmen zu dürfen: Auch beruflich mehr von dem zu tun, wonach ihr Herz begehrt, um davon dann gut leben zu können.

 

WENDEPUNKT

Da taucht die Ghostwriterin als neuer Zielwunsch auf. Denn das ist, was sie gut kann. Geschichten erzählen, sei es als Romanautorin oder in ihren Kurzgeschichten. Und nun möchte sie vor allem die Geschichten für Menschen erzählen, die dies selbst aus den verschiedensten Gründen nicht können. Diese Vorstellung beflügelt sie. „Die Marschroute ist klar“, sagt sie. „Das macht es viel leichter, gezielt Angebote anzunehmen oder eben abzulehnen. (…) Meine Kreativität ist in eine Richtung gelenkt, die für mich gut ist.“

Aber dennoch kommen Zweifel und Ängste in ihr hoch, wie sie die neu entdeckte Aufgabe praktisch wirksam und wirtschaftlich erfolgreich umsetzen soll.

Um ihr die in diesem Moment wirksam werdende emotionale Blockade bildlich sichtbar zu machen, arbeite ich mit der Übung Power-Calling. Dafür trenne ich die Praxis mit einer imaginären undurchdringlichen Wand in zwei Teile. Auf der einen Seite sitzt Iris Hammelmann, auf der anderen Seite steht ein leerer Sessel. Auf den leeren Sessel lade ich jene Energie ein Platz zu nehmen, die Hammelmann beim Gedanken an ihr neues Vorhaben das Fürchten lehrt.

Und im Augenblick sieht sie dort das Bild einer mächtigen Spinne vor ihrem geistigen Auge. Sie mag Spinnen nicht besonders gern. Dennoch bitte ich meine Klientin, sich selbst auf den Stuhl der Spinne zu setzen, die ich nun interviewen möchte, um ihre Motive zu recherchieren.

Die Dame heißt Thekla, stellt sich heraus, ist meiner Klientin wohlgesinnt und würde sie gern darin unterstützen, noch wirksamere Netze zu spinnen, um künftig auch interessante Ghostwriting-Aufträge einzufangen.

Dadurch ermutigt entscheidet Hammelmann, nachdem sie wieder auf ihre „sichere Seite“ zurückgekehrt ist, Thekla als ihre neue Unterstützung auf ihrer Seite zu begrüßen. Die Furcht vor der Spinne hat sich in Ehrfurcht verwandelt.

Meine Klientin erlaubt Thekla nun, auf ihre Seite zu wechseln. Mit der neuen Gefährtin hat sie sich das älteste Symbol für Vernetzung überhaupt ins Haus gerufen. In der Identifikation mit dieser alten Kraft fühlt sich Frau Hammelmann spürbar in ihrem Vorhaben gestärkt, sich künftig noch besser zu vernetzen.

In der folgenden Sitzung verschaffen wir uns via Kontaktfeld-Analyse systematisch einen Überblick über ihr aktuelles Netzwerk. Ich bitte Hammelmann, mir entlang folgender Kriterien alle ihr einfallenden Namen (mit Berufsnennung, Wohnort, Alter …) aufzuschreiben:

  1. (Wahl-)Familie
  2. Freunde/Freundinnen
  3. Nachbarn, Kolleg(inn)en, Partner(innen), Auftraggeber(innen), Arbeitgeber(innen)
  4. Entfernte Bekannte, Exkolleg(inn)en etc.

Anschließend werten wir das Ergebnis aus. Dabei entdeckt sie einige längst vergessene Kontakte, die nun interessant sind, um sich dort als Ghostwriterin bekannt zu machen. Sie beschließt diese „passiven Kontakte“ neu zu beleben.

In der weiteren strategischen Planung arbeiten wir aus, dass sie sich verbandlich organisiert, um mehr aktive Kontakte ins Ghostwriter-Business zu gewinnen. Diese Art Vernetzung braucht Raum, den sie sich auch einräumen wird.

Wenige Wochen später macht sie eine für sich ganz neue Erfahrung: Sie lehnt einen schlecht dotierten Auftrag ab, ohne in dem Augenblick bereits eine Alternative in Aussicht zu haben. Und wird kurz darauf für ihren Mut mit drei sehr viel besser bezahlten Anfragen belohnt.

Für die Zukunft ist sie sich ganz sicher, ihr „Potenzial so auszuschöpfen, dass sich eine größtmögliche Befriedigung einstellt. Ganz leicht. So leicht wie der Fall der flaumig-grauen Feder auf den verwitterten Stufen des nicht mehr genutzten Kircheneingangs.“

 

Postskriptum 2009

Wenn es gut läuft, vergisst man leicht, dass man einmal ein Coaching gemacht und was es ausgelöst hat. Nun, es läuft gut, sehr gut sogar. Da könnte sich das Gefühl einschleichen, es wäre sowieso alles so gekommen. Mit Fleiß und Disziplin auch ohne Coaching. Stimmt nicht. Denn das Coachen mit DreamGuidance war die Weichenstellung. Dieser Vergleich passt wirklich perfekt. Ist eine Weiche richtig gestellt, erreicht der Zug sein Ziel. Keiner der Passagiere wird, wenn er aussteigt, an die eine Weiche denken. Niemand macht sich Gedanken darüber, wo er gelandet wäre, wenn die Weiche falsch oder einfach anders gestellt gewesen wäre. So ist es auch hier.
Zwei Ghostwriting-Projekte liegen hinter mir. Eins davon hat extrem viel Nerven gekostet, bringt den Lesern dafür aber auch eine unglaubliche Fülle an großartigen Tipps zur Erhaltung oder Wiederherstellung ihrer Gesundheit.
Meine Romane verkaufen sich so gut – als Taschenbuch, Hardcover, Hörbuch, ja, sogar von einer Verfilmung ist die Rede –, dass ich mir vorstellen kann, im nächsten Jahr kommerziell einen Gang zurückzuschalten, um einen Roman mit einer mir wichtigen Botschaft zu schreiben. Ganz ohne Auftrag und damit ohne finanzielle Sicherheit. Meine Fühler habe ich diesbezüglich schon ausgestreckt.

 

Postskriptum 2009

Wenn es gut läuft, vergisst man leicht, dass man einmal ein Coaching gemacht und was es ausgelöst hat. Nun, es läuft gut, sehr gut sogar. Da könnte sich das Gefühl einschleichen, es wäre sowieso alles so gekommen. Mit Fleiß und Disziplin auch ohne Coaching. Stimmt nicht. Denn das Coachen mit DreamGuidance war die Weichenstellung. Dieser Vergleich passt wirklich perfekt. Ist eine Weiche richtig gestellt, erreicht der Zug sein Ziel. Keiner der Passagiere wird, wenn er aussteigt, an die eine Weiche denken. Niemand macht sich Gedanken darüber, wo er gelandet wäre, wenn die Weiche falsch oder einfach anders gestellt gewesen wäre. So ist es auch hier.
Zwei Ghostwriting-Projekte liegen hinter mir. Eins davon hat extrem viel Nerven gekostet, bringt den Lesern dafür aber auch eine unglaubliche Fülle an großartigen Tipps zur Erhaltung oder Wiederherstellung ihrer Gesundheit.
Meine Romane verkaufen sich so gut – als Taschenbuch, Hardcover, Hörbuch, ja, sogar von einer Verfilmung ist die Rede –, dass ich mir vorstellen kann, im nächsten Jahr kommerziell einen Gang zurückzuschalten, um einen Roman mit einer mir wichtigen Botschaft zu schreiben. Ganz ohne Auftrag und damit ohne finanzielle Sicherheit. Meine Fühler habe ich diesbezüglich schon ausgestreckt.

 

 

Fotoportrait der Autorin         Foto: Isabella Morrien 

 

Die Autorin:

Iris Hammelmann ist Reisejournalistin, Schriftstellerin und Ghostwriterin mit eigenem Redaktionsbüro an der Lübecker Bucht. Sie hat eine große Affinität zu sozialen Themen, und ihre unbändige Lust auf das Abenteuer Leben treibt sie mit Rucksack und Zelt oder Hundeschlitten durch Landschaften fern der Zivilisation, begeistert sie für Menschen, die etwas bewegen, etwas verändern.

Kontakt: www.wortmeer.de

 

 

Hinweis:
Die vollständige Sammlung der Feedbacks erscheint demnächst als Buch. 

 

 

 

Angaben zum Coachingprozess:

Dauer und Umfang

Gesamtvolumen:    20 Beratungseinheiten / 45 Min. direkte Beratung,15 Min. Konzeptarbeiten

Umgerechnet:        15 Zeitstunden direkte Beratung

Häufigkeit:             5 Termine je 3 Zeitstunden

Zeitraum:               ½ bis 1 Jahr

 

Anmerkung:    Für meine Beratungspraxis relativ typischer Umfang / Dauer.

 

* Alle von mir entwickelten und häufig verwendeten Techniken erscheinen im Text gefettet und unterstrichen. Weitere Erklärungen dazu finden sich u. a. in einem neuen Arbeitsbuch zu meiner Beratungsmethode, das ich gemeinsam mit Iris Hammelmann geschrieben habe: „Erfolg mit DreamGuidance“, Lüchow 2008.


http://www.cop-morrien.de/publikationen.html

 

 

 

 

 

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