Der Weg ins Licht: Ausgebremste TV-Managerin erfindet sich neu. Coaching-Feedback von Medienprofis, Teil 15

Motivation erschöpft, die Arbeit nur noch verhasst – Die kaufmännische Leiterin eines Fernsehsenders hatte es satt, sich länger mit sinnlosen Rentabilitätsplanungen zu beschäftigen, doch eine Alternative schien nicht in Sicht. Hier berichtet Stefanie Hennigfeld aus Erfstadt, wie durch das Coaching mit DreamGuidance langsam Licht ins Dunkel kam und sie klare Sicht auf ihre Ziele erlangte.

 

Stefanie Hennigfeld:

Mit Einsicht zum Durchblick

Auf dem Bildschirm flackerte eine Excel-Tabelle mit einer weiteren sinnlosen Rentabilitätsplanung. Sinnlos, weil meine Gesellschafter noch nie Interesse am Erfolg gezeigt hatten, sondern stets erfinderisch waren, alle Bemühungen um Verbesserung der Sendeinhalte im Hinblick auf Steigerung der Zuschauerzahlen im Keim zu ersticken. Alles, was nach Erfolg roch, wurde direkt abgeblockt, sodass der Sender zu einer immensen Energie- und Geldvernichtungsmaschine verkommen war. Meine Augen waren müde vom Starren auf die Zahlen, aber was mich wirklich fertigmachte, war die Erschöpfung meiner Motivation. Irgendwo auf dem Weg durch den Sender in mein Büro, das der kaufmännischen Leiterin, war sie abhanden gekommen.

Mein Assistent meldete Frau Morrien an, sie hatte mich in der Woche zuvor um einen Termin gebeten, es ginge um Mitarbeiter-Coaching. Aber wieso, hatte ich gedacht, sollten eigentlich meine Mitarbeiter gecoacht werden? Ich fand, so ein Coaching würde mir selbst guttun. Hatte aber im Grunde keine Ahnung, was sich hinter dem alles und nichts sagenden Modewort tatsächlich versteckte. So befand ich mich zwischen bodenloser Motivationslosigkeit und hoffnungsvoller Neugier, als Birgitt Morrien in mein Büro und mit ihr eine Veränderung in mein Leben trat.

 

Ich hasste meine Arbeit

Birgitt Morrien präsentierte kurz und knapp ihr Arbeitsfeld und ihre Vorgehensweise, und nach einer halben Stunde hörte ich mir zu, wie ich einen Termin für ein Erstgespräch mit ihr vereinbarte. Ich glaube wirklich, dass es keine bewusste Entscheidung war, nach gründlichem Checken, Abwägen von Für und Wider, wie es sonst meine Art ist, sondern vielmehr eine schlichte intuitive Bauchentscheidung. Gut so!

Eine Woche später saß ich Birgitt Morrien dann in ihrer Coachingpraxis gegenüber, sie sehr entspannt, ich sehr um coole und souveräne Wirkung bemüht.

Erzählen sollte ich, von mir und der Arbeit und meinen Erwartungen. Das war schon mal die erste gute Frage: Meine Erwartungen? Die kreisten zu der Zeit recht unreflektiert darum: „Wie komme ich aus der Nummer raus?“ Mit Nummer war gemeint, ich hasste meine Arbeit, fühlte mich aber allem (meiner Position, meiner Arbeit) und jedem (Gesellschafter, Mitarbeiter, mir selbst) gegenüber in der Dauerpflicht und war durch jahrelangen guten Verdienst finanziell angenehm verwöhnt, verbunden mit der recht massiven Sorge, diese finanzielle Sicherheit zu verlieren.

Jeder, der Erfahrung mit irgendeiner Form von Gesprächstherapie hat, wird wissen, was für ein beglückendes Gefühl es ist, wenn man einfach reden kann und plötzlich merkt: Da hört ja jemand zu. Egal, dass man dafür bezahlt. Auf einmal ist da jemand, der aufmerksam ist, nachdenkt und … auch noch nachfragt. Wann passiert einem das im richtigen Leben schon? Die meisten Menschen warten doch nur auf ein Stichwort, das sie aufgreifen können, um von sich zu erzählen.

 

Ich sitze mir gegenüber

Besonders beeindruckend fand ich die sensationelle Art der Konfliktlösung in Form einer fiktiven Gesprächsrunde. Ich kam zur zweiten Sitzung und war restlos aufgebracht über die Ignoranz und Inkompetenz einer mir vorgesetzten Mitarbeiterin. In mir brodelte es und ich konnte mich auf nichts anderes konzentrieren als meine Wut auf und Erbitterung über jene Frau. Birgitt Morrien hatte Abhilfe parat und lud mich und die Kollegin zu einem Gespräch ein. Frau Morrien moderierte eifrig an, und als ich gebeten wurde, der Kollegin X auf dem leeren Stuhl mir gegenüber meinen Ärger kundzutun, sprudelte es auch schon ohne Punkt und Komma aus mir raus. Ein richtig gutes Gefühl, hah!

Als dann nichts mehr sprudeln wollte, bat mich Frau Morrien, mich nun auf den Stuhl der Kollegin X zu setzen und dann zu meinen Anschuldigungen Stellung zu nehmen. Überraschenderweise fiel mir das überhaupt nicht schwer, im Gegenteil, auch hier sprudelte es als Kollegin X aus mir heraus und sie wurde ihren Frust mir gegenüber los.

Das Ganze ging drei Mal hin und her, danach war ich erschöpft, aber unglaublich ruhig und erleichtert: Da hatten wir uns aber mal die Meinung gesagt … – und die Lage war sondiert worden. Mich durch ihre Augen zu sehen, hat mir in gewisser Weise die Augen geöffnet und meine unbändige Wut hatte sich aufgelöst. Na ja, dachte ich mir, als ich später nach Hause fuhr, das war jetzt wohl eine Trockenübung, mal sehen, wie ich das im „richtigen“ Leben umsetzen kann.

Und jetzt kam die Überraschung: Am nächsten Morgen, ich war entspannt und gut gelaunt, erschien just jene Kollegin in meinem Büro, ich spürte keinerlei Anspannung und wir unterhielten uns über anstehende Themen und Probleme und kamen zu vielen Einigungen. Selbst wenn ich sie danach auch nicht mehr mochte als zuvor und auch nicht mehr von ihrer Kompetenz hielt, meine Einstellung ihr gegenüber hatte sich verändert – und möglicherweise hat sie das gespürt. So einfach kann es also gehen. Wie gesagt, ich war sehr beeindruckt.

 

Mallorca statt Excel-Tabellen

Als Nächstes ging es dann um die Analyse der Unzufriedenheit im Job, was ebenfalls sehr spannend war, denn ich fand heraus, dass die wirklichen Gründe dafür ganz andere waren, als ich immer gedacht hatte. Und natürlich ging es darum, dass nur ich selbst in der Lage bin, etwas zu ändern, und ich nicht erwarten kann, dass es andere für mich tun.

Eine der schwierigsten Aufgaben war, zu formulieren, was ich wollte. Wenn eine Veränderung im Berufsleben stattfinden sollte, wo und was war das Ziel? Und hier tappte ich lange im Dunkeln. Ich wollte ja so gerne visualisieren und „daydreamen“ von meinem beruflichen Ideal – aber was um alles in der Welt war es nur?

Auf dem ersten Teil des Weges dahin, das zu erfahren, half mir Birgitt Morrien. Es wurde mir klar, dass ich dringend mit dem derzeitigen Job aufhören musste – und auch hier wieder: große Überraschung. Kaum hatte ich dieses Ziel formuliert und verinnerlicht, kam eine kurze unangenehme Phase, die mit einer für mich lukrativen Trennung von der mir inzwischen so verhassten Arbeit endete. Und ein Jugendtraum ging in Erfüllung – meine Partnerin und ich bezogen eine Finca auf Mallorca.

 

Das große Nichts und das Sehen

„… und sie lebten dort glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ ist allerdings nicht das Ende der Geschichte. Aus vielfältigen Gründen verließen wir nach zwei sehr schönen Jahren die Insel und kehrten nach Köln zurück. Und hier holte es mich wieder ein, das große nebelige NICHTS, wenn ich an das dachte, was ich mit dem Rest meines Lebens anstellen wollte.

Bevor ich darüber zu unglücklich wurde, erinnerte ich mich an Birgitt Morrien und ihre Techniken. Ich überdachte meine Lebensziele und Werte, analysierte meine Position. Und da ich nicht schaffte, von einer konkreten, realisierbaren Tätigkeit zu träumen, fasste ich das zusammen, was diese Tätigkeit beinhalten sollte: Ich wollte meine bisherigen mir angeeigneten Fähigkeiten und Kenntnisse darin verwerten und vor allem etwas Sinnvolles tun – natürlich verbunden mit finanzieller Sicherheit.

Es dauerte eine Zeit, aber die Wende kam tatsächlich, als eine gute Freundin mir vom Sehtraining erzählte. Erst sehr ablehnend, dann skeptisch, doch irgendwann neugierig und schließlich enthusiastisch ließ ich mich auf das Thema ein und meldete mich für die Ausbildung zur ganzheitlichen Sehtrainerin an. Die Begeisterung für das Auge, das visuelle System und die unendliche Weite unseres Gehirns wuchs mit jedem Tag der Ausbildung und ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich meine Prüfung machen und mich auf die Menschheit und ihre Sehprobleme stürzen konnte.

 

Erfolg – wie geht das?

Eine Sorge jedoch blieb, als ich dann mit Diplom in der Hand und Kopf voller Ideen loslegen wollte: die Angst vor dem Versagen. Ich hatte bislang nur sehr selten die Gelegenheit gehabt, in erfolgreichen Unternehmen zu arbeiten. Zumeist befanden sich diese Firmen in existenzbedrohlichen Lagen und nicht selten habe ich mich gesorgt, dass ich es einfach nicht schaffen kann, erfolgreich zu arbeiten, als dürfte ich nicht erfolgreich sein.

Und hier kam wieder Birgitt Morrien ins Spiel. Eigentlich wollte ich mein Netzwerk für mein frisch gegründetes Sehzentrum „Durchblick“ ausbauen, als ich sie anrief. Dieses Telefonat mündete in einer erneuten Coachingphase, die meine Vision festigen und den Weg zur erfolgreichen und anerkannten Sehtrainerin pflastern sollte. Ähnliche Übungen wie sechs Jahre zuvor – wie z.B. die imaginäre Reise zu meinem 75. Geburtstag, verbunden mit Rückblicken in mein gelebtes und noch zu lebendes Leben – brachten mir vielerlei Einsichten, über mich, meine Einstellung zu mir und dem Erfolg und zu dem, wie ich meine Zukunft sah. Zum Teil fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich erlangte im wahrsten Sinne des Wortes klare Sicht auf mein Ziel.

 

Mit Einsicht zum Durchblick

Heute arbeite ich in meinem Sehzentrum mit Menschen, die unter Sehstress leiden (und wer tut das nicht?), Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und Hyperaktivitätssyndrom, Sportlern, die sich mit der Verbesserung ihrer Sehleistung einen Vorteil dem Gegner gegenüber verschaffen, und all denen, die ihre Sehkraft erhalten und/oder verbessern wollen.

Ich bin sehr ausgeglichen und glücklich über Erfolg und Anerkennung. Größte Befriedigung ist es für mich, zu sehen, dass mein Einsatz vielen Menschen wirklich hilft und ich ihr Leben positiv beeinflusse.

Meine ursprünglich grobe Vision hat sich durch Einsicht über mich und meine Motivation manifestieren können, mir Durchblick geschenkt, den ich nur zu gerne an andere weitervermittle.

 

Postskriptum 2009

Als ich gefragt wurde, ob ich ein PS zu meinem Coaching-Beitrag schreiben möchte, habe ich gedacht: „Ja klar, mache ich doch sofort.“ Aber nachdem ich den letzten Absatz meines Beitrages noch einmal durchgelesen hatte, stieg mir die Schamesröte ins Gesicht, denn das, was ich damals geschrieben hatte, war zu dem Zeitpunkt reines Wunschdenken gewesen. Ich hatte meine Vorstellungen von einer erfolgreichen Zukunft – und diese visualisierte ich bzw. erträumte sie mir als Realität, denn so hatte ich DreamGuidance schließlich verstanden.

Mit anderen Worten – damals hatte ich noch kein gut gehendes Sehzentrum und keine umfangreiche Kundschaft, die ich glücklich gemacht habe. Nur in meiner Fantasie. Allerdings – und jetzt kommt das Faszinierende – heute tue ich exakt das, was ich damals vollmundig beschrieben habe, und bin, das muss ich gestehen, darüber einigermaßen verblüfft. Und die Entwicklung geht ja immer weiter – heute werde ich mich darauf besinnen, was ich zukünftig noch erreichen möchte, und fantasiere hier einmal wild drauflos, als wäre meine Wunschvorstellung schon in Erfüllung gegangen.

Also:
Ich arbeite mit den großen deutschen und europäischen Sportklubs (Fußball, Formel 1, Tennis etc.) und trainiere erfolgreich vor Ort und im eigenen Trainingszentrum in Erftstadt Spitzensportler auf dem Weg zu ihrem Platz 1. Das Trainingszentrum ist mit vielseitigem und bestem Equipment ausgestattet und das Training erfolgt mit angestellten und freiberuflichen Visualtrainern nach modernsten Erkenntnissen des Visual- und Wahrnehmungstrainings. Ich werde häufig sowohl von Firmen als auch von Sportklubs für Seminare, Workshops und Vorträge angefragt und bin bis in das übernächste Jahr hinein ausgebucht. Sehr viel Spaß macht mir auch das Seh- und Wahrnehmungstraining mit Schulkindern im Sehzentrum. Als tiefe Befriedigung empfinde ich es, wenn ich Kinder mit Seh-, Lern- und Wahrnehmungsdefiziten erfolgreich trainieren kann und sie dann in der Schule und im weiteren Leben ihren Weg meistern.


Und was ich zudem großartig finde: Das Visualtraining wird nicht nur zusehends bekannter, sondern es findet immer mehr Anerkennung und erobert sich – wie z.B. schon seit Langem in den USA – seinen angemessenen Platz bei der allgemeinen Sehberatung, in Kinder- und Augenarztpraxen, in Kindergärten, Schulen und im Sport.

Und jetzt bin ich gespannt, wie die Dinge sich entwickelt haben werden, wenn ich das nächste Mal um ein PS gebeten werde ...
 

 

Hinweis:

Die vollständige Sammlung der Feedbacks erscheint demnächst als Buch.

 

Fotoportrait der Autorin             Foto: Isabella Morrien

 

Die Autorin
Stefanie Hennigfeld, Jahrgang 1962, ist Seh- und Visualtrainerin und lebt in Erftstadt bei Köln. Von 1988 bis 2002 war sie in der Medienbranche sowohl angestellt als auch mit einer eigenen Filmproduktionsfirma tätig.
Wegen einer Augenkrankheit suchte sie den ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung und lernte das Sehtraining kennen. Sie ließ sich zur Seh- und Visualtrainerin ausbilden und arbeitet seit 2007 selbstständig in ihrem Sehzentrum „Durchblick“. Dort trainiert sie u.a. Kinder, Sportler und Mitarbeiter von Firmen für ein gesundes Sehen und eine Verbesserung der (Seh-)Leistungsfähigkeit.

Kontakt: www.durchblick-haben.de

 

 

Sinnstiftende Karrieren

 

 

 

 

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