Orientierung schaffen für neue Perspektiven – Die Bilanz nach einem Jahr Coaching-Feedback von Medienprofis, Teil 7

Wie DreamGuidance Blockaden lösen und so neue Zielkraft freisetzen kann, beschreibt die Stuttgarter Agenturleiterin Verena Geisel in ihrem Coaching-Feedback. Die professionelle Netzwerkerin (er)fand im Beratungsprozess neue Formen intelligenten Wirtschaftens.

Dieser Beitrag ist der siebte in einer Feedback-Reihe zu Erfahrungen im Coaching mit DreamGuidance. Zu Wort kommen insbesondere Kommunikations- und Medienprofis, die meine ganzheitliche Beratung für sich selbst bzw. ihre Mitarbeiter/-innen im Laufe der letzten zehn Jahre in Anspruch genommen haben.

Verena Geisel:

Meine Agentur wurde im März dieses Jahres acht Jahre alt. Fast hätten ihre „Mütter“, die Gründerinnen, ihr mit unrealistischen Erwartungen und unflexiblem Reagieren auf Wirtschaftskrisen schon zwei Jahre zuvor das Leben genommen. Nun zerren sie noch an den Überresten der GmbH, wohl wissend, dass Visionen keiner Gesellschaftsform bedürfen. Das und vieles mehr zu begreifen war jedoch nur möglich durch mein Coaching mit DreamGuidance genau vor einem Jahr.

Erfolgreiche Agenturarbeit und bittere Erkenntnisse

Also fangen wir mit GESTERN an, mit der erfolgsverwöhnten Medienmacherin und Multimedia-Expertin, die mit Pioniergeist einen Corporate Publishing Verlag ins elektronische Zeitalter führte und schließlich 1999 ihre eigene Agentur gründete. Zunächst schien es, dass ich meiner Erfolgsstory ein neues Kapitel hinzufügen konnte. Denn die Kunden kamen aus sehr interessanten Branchen und die Projekte waren allesamt anspruchsvoll und sehr innovativ. Insbesondere medienübergreifende Konzepte, „Kommunikation auf allen Kanälen“ konnte ich hier realisieren, was immer mein Ziel war. Ein persönliches Highlight sicher das Lob des IOC-Vizepräsidenten James Easton: „die professionellste und exzellenteste Bewerbung in meiner Amtszeit“, welches er anlässlich der Bewerbung des DSB um die Ausrichtung der Bogen-WM 2007 in New York aussprach.

Aber auch die Entwicklung des Corporate Designs von Kindertagesstätten einer Kommune unweit Frankfurts, was riesig Spaß gemacht hatte, zeigt die Breite der Aufgaben und der Möglichkeiten meiner Agentur.

Viel zu spät, nach großen wirtschaftlichen Einbußen, erkannte ich, dass ich mich mit der falschen Geschäftspartnerin zusammengetan hatte. Spätestens die betreuende Bank machte uns beiden klar, dass wir gescheitert waren. Heute sind die wirtschaftlichen Folgen zweitrangig, aber damals war gerade mal ein halbes Jahr vergangen, als ich von Birgitt E. Morrien und ihrem Coaching-Ansatz las. Ich war verbittert und fühlte mich über den Tisch gezogen, hatte ich doch über lange Strecken die gesamten Umsätze der Agentur generiert. Ich fühlte mich ausgenutzt und manipuliert, was mich maßlos ärgerte. Die eigene Haut zu retten ist nur zu menschlich, aber die eigenen Fehler wirtschaftlich nicht verantworten zu wollen ist ... – an dieser Stelle darf sich jeder sein eigenes Urteil bilden.

Und nach dem Prinzip „Alles muss raus“ wurde der Hausstand der Agentur verschleudert, dem folgte ein „Flohmarkt der Gefühle“. Zunächst kam ich mit dem Verlust der Position nicht klar, fühlte mich angreifbar und ängstlich. Ich war mir meiner selbst nicht mehr bewusst und völlig ausgepumpt. Ich konnte mir nicht vorstellen, noch einmal von vorn zu beginnen. Nein, Perspektiven waren da keine zu sehen.

Forschen nach eigenen Ressourcen

Es hatte bereits einige Situationen in meinem Leben gegeben, die professionell durch einen Coach begleitet worden waren. Darüber hinaus hatte ich mich bereits beruflich bedingt mit Coaching-Methoden auseinandergesetzt und mich durch entsprechende Seminare für Moderation und Workshops auf diesem Gebiet fortgebildet, unter anderem in NLP.

Diesmal musste es jedoch eine ganz besondere Methode sein, eine, die aus vielen Ansätzen und universellem Wissen schöpft. Ich war mir der Komplexität meiner Verunsicherung durchaus bewusst und suchte nach einem Weg, an meine tief liegenden Ressourcen zu gelangen.

Ein Weg, den Birgitt E. Morrien vorschlug, war der zu meiner Familie. Ich hatte schnell das Gefühl, hier ging es um meine Wurzeln, ich erkannte, dass es wenige tiefe, dafür viele feine an der Oberfläche gab. Diese galt es zu schützen, das ist bis heute so geblieben. Und mir wurde deutlich, um in diesem Bild zu bleiben, welches meine starken und welches meine schwachen Äste sind und dass ich mit meinem Blattwerk durchaus noch mehr Stürme ertragen kann.

Meine im Coaching entwickelten Lebensgrundsätze sind nicht wirklich neu, aber sie sind nun an der Oberfläche und mir bewusst. Ich habe sie in Worte gefasst und auf Leinwand gebannt, sodass sie mir täglich vor Augen stehen. Das hilft bei, na, Sie wissen schon, bei Sturm …

Wirklich in meine Tiefe ging die mentale Zeitreise, die mir die Bilder meiner Seele offenbarte. Ich sah mich das erste Mal ohne Stützräder auf meinem blauen Fahrrad, da war ich fünf. In jedem Jahrzehnt meines Lebens konnte ich auf besondere Erlebnisse schauen, die mich tief berührten. Bis hin zu den Visionen meiner Zukunft, aus denen ich meine kurz-, mittel- und langfristigen Ziele abgeleitet habe. Ja, das ist das Faszinierende der Methode: Aus den ureigenen Traumbildern lassen sich ganz einfach Ziele ableiten und sozusagen „traumhaft“ in die Realität übersetzen und umsetzen. Wie sonst hätte ich nach Jahren endlich das Rauchen aufgeben können, um auf über 5000 m Höhe südamerikanische Anden-Gipfel zu erstürmen?

Das sind nun nach einem Jahr die ersten greifbaren Resultate, doch unter der Oberfläche ist weit mehr passiert. Ich verfüge wieder über meinen Humor, kann Dinge spielerisch angehen und vertraue dem Leben. Kurzum, meine Kreativität ist zurück und freut sich auf neue Herausforderungen, neue Kollegen und neue Kunden.

Arbeiten in neuen Netzwerken

Im HEUTE angekommen baue ich gerade an meiner neuen Homepage und meinem neuen Netzwerk in meiner neuen Wahlheimat Stuttgart. Dreimal neu, wen wundert’s? Denn ich bin  gespannt auf eine wunderbare Zukunft und habe noch viel vor. Dazu zählen unter anderem mein Mittun in der Initiative Slow Food ebenso wie bei Aktivitäten von Common Purpose.

Slow Food e.V. versteht sich als eine weltweite Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen Konsumenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten. Sie fördert eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei, eine artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt. Und bringt Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt, vermittelt Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln und macht so den Ernährungsmarkt transparent. Dazu möchte ich beitragen und die Möglichkeiten meiner Agentur nutzen.

Common Purpose – gemeinsame Sache – ist ebenfalls eine Netzwerkorganisation, die Führungspersonen aus allen Lebens- und Arbeitsbereichen einer Stadt – Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Sozialwesen, Kultur, Bildung, Medien, Religionsgemeinschaften, Umwelt, Infrastrukturbetriebe etc. – zusammenbringt und die Möglichkeit bietet, sich auf ein Jahr intensiv mit den Chancen und Problemen der Stadt und der Region auseinanderzusetzen.

Ich bin sicher, die Unterstützung solcher Aktionen ist eine neue intelligente Form des Wirtschaftens – im Dreieck von sozialem Engagement, gesellschaftlicher Verantwortung und Profitabilität. Das sehe ich als Kern meines künftigen Agenturgeschäfts: die Sinnhaftigkeit der Kommunikation in Verbindung mit einem konkreten Nutzen für Menschen in einer bestimmten Region. Daran möchte ich mitarbeiten, das sehe ich als meine Aufgabe an.

Was MORGEN sein wird, nun, einen kleinen Einblick hat mir mein Traum bereits gewährt. Es werden viele sein, mit denen ich an einem Tisch sitzen werde, vielleicht auch Sie?

 

 

 
Postskriptum 2009

Wenn ich meinen Beitrag nach mehr als zwei Jahren lese, bin ich stolz und habe das sichere Gefühl: Meine Vergangenheit macht mich stark. Ich bin jedoch in vielen Dingen heute gelassener.
Beruflich gibt es neue Herausforderungen und Projekte, so berate ich Kunden im Bereich Marketing und Kommunikation sowie eine IT-Initiative in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Überhaupt liegt mein Schwerpunkt zunehmend in der Managementberatung. Dort mit Entscheidern am Tisch zu sitzen und gemeinsam intelligente Formen des Wirtschaftens zu entwickeln und deren Change-Prozesse zu begleiten, macht meine Kunden und mich erfolgreich. Denn nicht nur in meinem Leben ist nichts so beständig wie der Wandel.
Dazu passt meine neue Tätigkeit als Trainerin für Public Relation und Kommunikation, hier kann ich mein Wissen vermitteln und neue Impulse aufnehmen. Hier treffe ich auf Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen und kann mit ihnen gemeinsam an der Professionalität und Integrität ihres künftigen Tuns arbeiten.
Es sind viele Tische mit spannenden Menschen, an denen ich nicht nur arbeite, sondern ebenso oft fröhlich feiere, denn selbstverständlich sind meine Leidenschaft für den bewussten Genuss und mein Engagement für Slow Food geblieben.

 

 

Fotoportrait der Autorin         Foto: Isabella Morrien 

 

Die Autorin:

Verena Geisel (M.A.) arbeitete in verschiedenen Positionen im Verlags- und Agenturgeschäft. Zu ihren großen Erfolgen zählt der Aufbau der gesamten Online-Kommunikation der AOK für einen der führenden Corporate Publisher. Aber auch Highlights wie die Multimediashow zum 50. Geburtstag des Deutschen Sportbundes oder internationale Wettbewerbspräsentationen für Sportverbände entstammen ihrer Feder. Als gelernte Redakteurin und Medienmacherin freut sie sich besonders auf neue Themen und Zielgruppen, wie im Falle einer Gebrauchtwagenbörse, die sie strategisch beriet. Mehr zum Leistungsspektrum ihrer Agentur unter: www.imquadrat.de

Hinweis:
Die vollständige Sammlung der Feedbacks erscheint demnächst als Buch.

 

Sinnstiftende Karrieren

 

 

 

 

Share

25 Kommentare

Kommentar Schreiben