Woher wir stammen

Die Moderne schafft mitunter schöne Ansichten. Kurz und knapp schildert Birgitt Morrien einem guten Freund ihre Eindrücke von einem ländlichen Event unter urbanen Vorzeichen.

Ernteansicht (Foto: Morrien / Motiv: Münsterland)

Lieber Ruben, 

hier ist die alte Zeit noch spürbar. Doch das Brüchige scheint durch. Der Bauer sieht mit seiner Enkelin zu, wie die Ernte eingeholt wird. Es ist sein Land, aber die Arbeit tut ein anderer. Er selbst hat längst umgesattelt. Der Blaumann ist Relikt, ausgepackt für Arbeiten im Rahmen der Hochzeitsvorbereitungen des Sohnes. 

Unser Neffe hat auf dem elterlichen Hof geheiratet. MIt ihm ist die nachwachsende Generation aus Berlin angerückt. Dort längst akademisch neu verortet, heißt der Sehnsuchtsort für die Vermählung dennoch alte Heimat. Das Land trägt auch das / gern.

Ich träume viel in diesen Tagen. Jüngst vom Sonnenmann. Ausgegraben auf dem Land der Moderne. 

Es gibt beizeiten viel zu erzählen, zu assoziieren bei einem guten Glas Wein. 

Mit herzlichen Grüßen 

Birgitt,
in diesem Sommer unterwegs zu verschiedensten Sippenanlässen auf dem Lande ... bis auf die Skulpturprojekte  ... dazu sind wir für ein Wochenende von einer Freundin nach Münster eingeladen.

 

PS: Die Bedeutungstiefe moderner Ansichten auszuloten braucht das Gegenüber, braucht die rechte Resonanz. Ist diese gegeben, bietet ein Brief, ja selbst die virtuelle Notiz, dafür den guten Rahmen und knüpft an alte Traditionen der Kommunikation an, sehr brauchbar.

Hörtipp zum Briefe schreiben: Deutsche Menschen (Walter Benjamin)

 

Sinnstiftende Karrieren

 

 

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