Ohne Plan auf die Bestsellerliste

Birgitt Morrien zeigt, wie sie es als Coaching-Expertin in die Veröffentlichung einer Spiegel-Bestsellerautorin schaffte. Das war zwar recht einfach, erforderte aber auch Courage. Mit ihrem Beitrag möchte sie vor allem Frauen dazu ermutigen, es ihr gleichzutun.

Immer der Nase nach (Morrien 2007)

Birgitt Morrien

Wer sich mit eigenen Beiträgen in den Publikationen von Bestsellerautorinnen wiederfinden möchte, muss sich schon was Besonderes einfallen lassen. Durch einen ungewöhnlichen Auftritt ist es mir gelungen, von einer solchen Erfolgsautorin als Expertin adressiert zu werden. Ihre Frage an mich: Wie es mir als Coach gelingt, Frauen im Beruf darin zu stärken, sich mutig in ihrer Exzellenz zu präsentieren, auch auf die Gefahr hin, dafür abgestraft zu werden.

Christina Berndt* war im Rahmen eines medizinischen Kongresses auf mich aufmerksam geworden, auf den ich meine Frau begleitete. Zu Beginn des ersten Veranstaltungstages, es war ein Samstagmorgen, war ich müde von einer anstrengenden Woche und hätte lieber zu Hause im Garten gesessen. Ich erwartete mir eher unverständliche Fachvorträge – trotz des spannenden Themas „Resilienz“.

Da ich das Programm im Vorfeld nicht eingesehen hatte, stand mit der promovierten Biochemikerin für mich überraschend eine bekannte Wissenschaftsjournalistin am Rednerinnenpult, deren Beiträge ich seit jeher aus der Süddeutschen Zeitung kenne und schätze. Sie verstand es, neueste Erkenntnisse zum Thema so anschaulich und spannend vorzutragen, dass ich sofort wach war und ihr gebannt lauschte. Ich war begeistert!

Doch das Fachpublikum quittierte ihren Einsatz mit einem abschätzigen Raunen, gefolgt von einigen entwertenden Bemerkungen zu ihrem Vortrag. Ich war so empört über diese Unart ärztlicher Arroganz gegenüber einer schreibenden Kollegin, dass es mich buchstäblich aus dem Sessel hob und ans Mikrofon trieb. Dort rief ich das Publikum zur Räson, indem ich ein Mindestmaß an Anstand für die exzellente Referentin erbat.

Später sprach mich Christina Berndt persönlich an und bedankte sich für meine öffentlich zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für ihre Arbeit. Wir beschlossen in Kontakt zu bleiben, sodass ich mich nicht wunderte, als sich die SZ-Redakteurin kurze Zeit später bei mir meldete. Sie recherchierte zu einer neuen Publikation zum Thema „Zufriedenheit“.

In diesem Zusammenhang sprachen wir ausführlich darüber, weshalb Frauen so häufig unter Selbstzweifeln leiden und fast nie mit sich zufrieden sind. „Der weibliche Makel“** titelte die Bestsellerautorin meine Ausführungen dazu und verhalf mir so als Coaching-Expertin mit zu einem würdigen Platz in ihrem jüngsten Werk.

*Christina Berndt
**Zufriedenheit. Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück. dtv, München 2016, ISBN 978-3-423-26112-8.


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