Facebook führt bei Youngsters: Mehr Freunde machen als Medien-Interaktion

Was Leader über Führung und Kommunikation in digitalen Zeiten wissen müssen, darüber hat Birgitt Morrien jüngst berichtet. Heute beschäftigt sich Coaching-Blogger mit "Communitys bei Zwölf- bis 29-Jährigen: Private Kommunikation und öffentliche Interaktion. Eine Analyse am Beispiel ausgewählter Medienangebote". Ein Beitrag von Walter Klingler, Andreas Vlašic und Frank Widmayer.

Die Nutzung von Communitys hat längst Einzug in den Alltag Jugendlicher und junger Erwachsener gefunden. 85 Prozent der Zwölf- bis 29-Jährigen nutzen zumindest gelegentlich die Angebote von Social Networks, 51 Prozent tun dies täglich. Dies belegen die Ergebnisse der JIM-Studie (Jugend, Information, Multimedia) sowie einer ergänzenden SWR-Studie zum Medienverhalten 20- bis 29-Jähriger.

Die Plattform Facebook kann dabei einen Großteil der Communityaktivitäten und damit auch der Kommunikation an sich binden. Rund zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen Facebook, für 60 Prozent ist es die meistgenutzte Plattform. Als Hauptmotiv für die Mitgliedschaft in einer Community wird deren Funktionalität für die Organisation des Privatlebens genannt.

Die Größe und Etabliertheit des Portals, vor allem das Kriterium „wo finde ich meine Freunde?“, entscheiden dann darüber, welche Community hauptsächlich genutzt wird. Die Präsenz von Unternehmen, Stars oder Institutionen auf Facebook führt zu einer Vermischung privater und öffentlicher Bereiche, die den Wirkbereich der Communitys über den privaten Raum hinaus hin zum Social-Media-Marketing ausdehnt.

Weitere Untersuchungen zeigen, dass eine Mehrzahl der Medienmarken Facebook bereits als Kommunikations- oder Distributionsplattform nutzt. Der Grad der Dialogorientierung und Interaktivität – gemessen anhand von Kriterien wie persönlicher Ansprache, benutzter Sprachform oder den Inhalten der Postings – unterscheidet sich zwischen verschiedenen Mediengattungen deutlich. Während Tageszeitungen bisher nur wenige dialogorientierte Elemente in ihren Communityauftritten nutzen, gelingt es Hörfunksendern derzeit am besten, eine Interaktion mit dem Nutzer aufzubauen.

Eine Analyse von 75 Facebook-Accounts bestätigt den Radioanbietern einen intensiven, gegenseitigen Austausch mit den Hörern, der sich in deutlichen Zuwachsraten bei der Zahl der Fans manifestiert. Auch hier unterscheiden sich die Strategien im Hinblick auf den Einsatz unterschiedlicher kommunikativer Elemente, die Inhalte der Posts oder eine programm- bzw. nutzergetriebene Ausrichtung des Auftritts zwischen den verschiedenen Programmen. Derzeit haben junge Hörfunkprogramme den höchsten Grad an Interaktivität und einen überdurchschnittlichen Traffic auf ihren Facebook-Accounts.

Quelle: Media Perspektiven 9/2012, S. 433-444

Volltext: http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/09-2012_Klingler.pdf

 

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